Wegen anhaltenden Mißerfolgs: Berlusconi gründet „Forza Italia“ neu

7. November 2019
Wegen anhaltenden Mißerfolgs: Berlusconi gründet „Forza Italia“ neu
International
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Rom. Nach der Pleite seiner konservativen Forza Italia bei der kürzlichen Regionalwahl in der mittelitalienischen Region Umbrien gründet Italiens viermaliger Premier Silvio Berlusconi seine Partei jetzt neu. „Altra Italia“ (Anderes Italien) wird die neue Gruppierung heißen. „Ich plane eine junge Organisation, die sich auf lokaler Ebene mit Bürgerlisten verbinden soll“, ließ der 83jährige Berlusconi wissen.

Und: „Aus dieser Struktur soll mein Nachfolger gewählt werden.“ Bisher habe er noch keinen Nachfolger gefunden, der das Ruder seiner 1994 gegründeten Forza Italia übernehmen könne.

Viele Kandidaten für seine Nachfolge an der Spitze der Forza Italia seien von der Partei nicht gut aufgenommen worden und hätten die Gruppierung inzwischen bereits verlassen. „Wer die Forza Italia verlassen hat, hat aber nie Erfolg gehabt“, warnte Berlusconi.

Nach seinem Bruch mit der Forza Italia machte sich im September der Präsident der Region Ligurien, Giovanni Toti, politisch selbstständig. Der Ex-Koordinator der Forza Italia gründete die Mitte-Rechts-Kraft „Cambiamo“ („Wechseln wir!“), mit der er bei Neuwahlen antreten will. Toti sieht sich als Konkurrent der Forza Italia, die seit den Parlamentswahlen 2018 mit anhaltend starken Stimmverlusten zu kämpfen hat.

Die Berlusconi-Partei bekam zuletzt die aggressive Konkurrenz der Lega zu spüren, die einen entschlosseneren Rechtskurs eingeschlagen hat. Bei den Regionalwahlen in Umbrien am Sonntag stürzte Berlusconis Forza Italia auf ein Rekordtief von fünf Prozent ab. (mü)

Bildquelle: Flickr/europeanpeoplesparty – EPP Summit 18 June 2009 (78)/CC BY 2.0

Ein Kommentar

  1. Eidgenosse schreibt:

    Bunga Bunga braucht kein Mensch in Italien. Lega und Salvini genügen völlig. Allerdings ist es nicht schlecht eine Flankenpartei zu haben. Wer diese nicht hat kann keine Wahlen gewinnen. Wir kennen das von den Linken die alle möglichen Formationen in die Wahl schicken. Insofern wäre die FI nicht schlecht, besser sind wahrscheinlich die Fratelli. Berlusconi gehört meiner Ansicht nach – zumindest sehr eng – zur Mafia. Wer will das? Salvini und die Lega werden ihren Weg machen – hoffentlich – und benötigen eine rechte Flanke – keine bürgerliche.

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