Neuer Flüchtlings-Ansturm droht: Die Türkei gerät unter Druck

14. September 2019
Neuer Flüchtlings-Ansturm droht: Die Türkei gerät unter Druck
International
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Ankara/Damaskus. Der Südosten wird immer mehr zum neuen Illegalen-Einfallstor nach Europa. Jetzt steht nicht nur Griechenland unter Druck, sondern auch die Türkei, die bereits mehr als drei Millionen Syrien-Flüchtlinge aufgenommen hat, sieht sich einem neuen Ansturm aus dem Nachbarland gegenüber. Am türkisch-syrischen Grenzübergang Bab al-Hawa gerät die Lage zunehmend außer Kontrolle. Dort haben Hunderte Menschen den Posten gestürmt und versucht, in die Türkei zu gelangen. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas und Gummigeschosse ein.

Seit Ende August kam es bereits mehrfach zu Anstürmen auf die Grenze in Bab al-Hawa. Zuletzt hatten Hunderte am Freitag den Posten gestürmt, an zwei Stellen konnten sie die Absperrungen durchbrechen. Der türkische Grenzschutz und die Armee drängten die Menschen mit Wasserwerfern und Tränengas zurück. Eine Person soll getötet und 20 weitere verletzt worden sein.

Grund für den neuen Ansturm ist eine Offensive der syrischen Regierungstruppen gegen das letzte große Rebellengebiet rund um Idlib. Die Demonstranten hatten in Bab al-Hawa zudem von der Türkei gefordert, ihre Grenze für Flüchtlinge zu öffnen. Die Region um die Stadt Idlib im Nordwesten Syriens ist das letzte große Gebiet, das von Rebellen kontrolliert wird. In der Region leben nach Schätzungen rund drei Millionen Menschen. (mü)

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