Bundeswehr am Limit: Jetzt fordert Washington deutsche Soldaten für Syrien

13. Juli 2019
Bundeswehr am Limit: Jetzt fordert Washington deutsche Soldaten für Syrien
International
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Washington/Berlin. Das könnte peinlich werden: die US-Regierung fordert mehr militärische Unterstützung von Deutschand für den Kampf gegen den Terror im Nahen Osten. Der US-Sonderbeauftragte für Syrien und die Anti-IS-Koalition, James Jeffrey, hat die Bundesregierung jetzt darum gebeten, die von Kurden angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) im Nordosten des Landes mit Ausbildern, Logistikern und technischen Hilfskräften der Bundeswehr zu unterstützen. „Wir wollen von Deutschland Bodentruppen, um unsere Soldaten teilweise zu ersetzen“, sagte Jeffrey. Die Antwort der Bundesregierung erwartet er noch im Juli.

Die USA haben bemühen sich schon seit geraumer Zeit um mehr Unterstützung ihrer Verbündeten aus der Anti-IS-Koalition, der 80 Länder angehören – darunter Deutschland. Am Freitag war Jeffrey in Berlin, um für sein Anliegen zu werben. „Wir suchen hier und unter den anderen Koalitionspartnern Freiwillige, die mitmachen wollen“, sagte der Sondergesandte nach seinen Gesprächen. „Wir glauben, daß wir am Ende Erfolg haben werden.“

Deutschland ist an der Anti-IS-Koalition bisher mit „Tornado“-Aufklärungsflugzeugen, einem Tankflugzeug und Ausbildern im Irak beteiligt. Die Flugzeuge operieren von Jordanien aus. Eigentlich sollte ihr Einsatz am 31. Oktober auslaufen. Bei einem Irak-Besuch hatte Außenminister Maas (SPD) Anfang Juni aber deutlich gemacht, daß die Bundesregierung nun doch zu einer Verlängerung bereit ist.

„Im Juli werden wir die Antworten auf unsere Bitten sammeln und dem Präsidenten vorlegen“, sagte US-Sprecher Jeffrey. „Wir wollen dem Präsidenten zeigen, daß sich unsere Verbündeten in der Koalition wirklich Mühe gegeben haben.“ Er rechne mit einer „klaren Antwort“ aus Deutschland, betonte der Syrien-Beauftragte. „Und wir hoffen darauf, daß die Deutschen mehr leisten können. Ich bin optimistisch.“

Eine konkrete Zahl deutscher Soldaten wurde laut Jeffrey nicht angefragt. Insgesamt würden aber Hunderte benötigt.

Egal, wie sich die Bundesregierung am Ende entscheidet – ein deutscher Militäreinsatz an der Syrien-Front könnte so oder so peinlich enden. Mit der Einsatzfähigkeit des Bundeswehrmaterials ist es bekanntlich nicht mehr weit her. Das könnte ein Bundeswehr-Kontigent rasch wertlos machen. (mü)

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