USA zündeln in Syrien: Ab sofort wieder panzerbrechende Waffen für Terroristen

7. Juni 2019
USA zündeln in Syrien: Ab sofort wieder panzerbrechende Waffen für Terroristen
International
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Washington. Die USA machen einmal mehr deutlich, daß sie an einer Befriedung Syriens und erst recht an der Wiederherstellung der territorialen Integrität des von jahrelangem Krieg gezeichneten Landes keinerlei Interesse haben. Ausgerechnet nach der Anfang Mai begonnenen Bodenoffensive der syrischen Armee zur Rückeroberung der von Dschihadisten kontrollierten Provinz Idlib hat Washington jetzt der Türkei grünes Licht für die Lieferung von panzerbrechenden Raketen an die Extremisten erteilt.

Idlib ist die letzte verbliebene Provinz in Syrien, die noch unter der Kontrolle von IS-Resten und Dschihadisten ist, die sie im März 2015 erobert haben. Die Vorbereitungen für eine Rückeroberung liefen nach den militärischen Erfolgen der Regierung Assad im vergangenen Sommer auf Hochtouren, und eine Offensive der syrischen Armee und ihrer Alliierten im September 2018 war geplant. Für die Türkei, die als Schutzmacht für die Extremisten der Haiʾat Tahrir asch-Scham (HTS) gilt und selbst – illegale – Besatzungsmacht in Syrien ist, wäre eine Bodenoffensive zu einer besonderen Herausforderung geworden.

Aus diesem Grund verhandelten Rußland und die Türkei über Möglichkeiten, die bevorstehende Offensive doch noch abzuwenden und einen Flächenbrand zu vermeiden. Die syrische Regierung und die Iraner stimmten diesen Verhandlungen widerwillig zu. Doch sieben Monate später zeigt sich, daß die Türkei ihren Teil der Abmachungen nicht einhalten konnte oder wollte. Aus diesem Grund – und auf Ersuchen von Damaskus – begann die russische Luftwaffe im April schwere Luftangriffe als Vorbereitung für die syrische Bodenoffensive, die Anfang Mai begann.

Erwartungsgemäß meldete Washington prompt Widerspruch an. Gleichzeitig lieferte die Türkei gepanzerte Fahrzeuge, Grad-Mehrfachraketenwerfer, US-amerikanische panzerbrechende Lenkraketen und Munition an die sogenannten „moderaten Rebellen“ der Nationalen Befreiungsfront, einer Koalition der sogenannten Freien Syrischen Armee (FSA) und Kommandeuren von Dschihadistengruppierungen der Ahrar al-Scham, Dschaisch al-Ahrar und Nour-al-Din al-Zenki. Die von der Türkei unterstützte Koalition veröffentlichte bereits am 15. Mai erste Videos mit den US-Waffen im Einsatz.

Dieser Tage nun reaktivierte Washington erneut das umstrittene Programm der Waffenlieferungen an Dschihadisten, das US-Präsident Trump 2017 von Amtsvorgänger Obama übernahm und beenden ließ. Wie Reuters eine nicht namentlich genannte „Geheimdienstquelle“ zitiert, habe Washington der Türkei jetzt „grünes Licht“ für die Waffenlieferungen an die Extremisten in Idlib erteilt. Der Kampf um Syrien geht in die nächste Runde. (mü)

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