Brasiliens neuer Präsident Bolsonaro ernennt Außenminister: Wider den „kulturellen Marxismus“

18. November 2018
Brasiliens neuer Präsident Bolsonaro ernennt Außenminister: Wider den „kulturellen Marxismus“
International
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Brasilia. Der neue brasilianische Präsident Bolsonaro setzt erste personelle Akzente. Jetzt gab er seinen Kandidaten für den Posten des künftigen Außenministers bekannt. Es handelt sich um einen loyalen Gefolgsmann, den 51jährigen Diplomaten und Linguisten Ernesto Araújo. Dieser sagte bei seiner Vorstellung über seine zentralen Maximen: „Eine starke Hand und das Vertrauen in den künftigen Präsidenten leiten mich.“ Und: „Die Bewegung von Bolsonaro nährt sich nicht aus Haß, sondern aus Liebe und Hoffnung“, sagt der künftige Minister, der Vater einer Tochter ist und aus dem südlichen Porto Alegre stammt.

Araújo dient bereits seit 29 Jahren im brasilianischen Außenministerium. Zuletzt war er Abteilungsleiter für die USA, Kanada und interamerikanische Angelegenheiten. Aufgefallen ist er dort im vergangenen Jahr durch einen 36seitigen Artikel für die Zeitschrift des Ministeriums, in dem er sich als glühender Bewunderer von US-Präsident Donald Trump und bekennender Nationalist outet. Werte wie Tradition und Glaube sieht er durch eine globalisierte Welt bedroht, die von einem „kulturellen Marxismus“ befeuert wird. „Nur Gott kann den Westen noch retten – oder die amerikanische Nation“, schrieb der künftige Außenamtschef, der außer seinem Text im Bulletin des Ministeriums auch drei Romane veröffentlicht hat.

Auch der neue Präsident Bolsonaro setzt neue Akzente in der Außenpolitik seines Landes. Ihm sind nicht so sehr gute Außenbeziehungen wichtig, sondern daß sein neuer Außenminister „ohne ideologische Vorurteile“ wirtschaftliche Initiativen in der ganzen Welt anstößt. Als größter Handelspartner Brasiliens nimmt China dabei eine besondere Rolle ein.

Wie sich Brasilien künftig in der BRICS-Gruppe aufstellt, bleibt abzuwarten. Diese verstand sich in der Vergangenheit oft als aufstrebende Alternative zum US-dominierten Dollarraum. Infolge der wirtschaftlichen Stagnation in den meisten  BRCIS-Staaten (Brasilien, Rußland, China, Indien, Südafrika) hat allerdings inzwischen ein erheblicher Kapital-Rückfluß in den Dollar- und Euro-Raum eingesetzt. (mü)

 

Bildquelle: Agência Brasil Fotografias – https://www.flickr.com/photos/fotosagenciabrasil/30796778251/CC BY 2.0

Ein Kommentar

  1. Deutscher sagt:

    „Nur Gott kann den Westen noch retten – oder die amerikanische Nation“, schrieb der künftige Außenamtschef.
    Probleme: Es gibt keinen Gott und die Amerikaner – wenn sie überhaupt eine Nation sein sollten – denken erstmal an sich.

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