Krieg in Sicht? Washington droht vorsorglich „Vergeltung“ an: Moskau warnt vor neuerlicher US-Intervention in Syrien

30. Juni 2017
Krieg in Sicht? Washington droht vorsorglich „Vergeltung“ an: Moskau warnt vor neuerlicher US-Intervention in Syrien
International
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Foto: Symbolbild

Moskau/Washington. Schon seit einigen Tagen „warnen“ die USA öffentlichkeitswirksam vor einem neuerlichen C-Waffen-Angriff der syrischen Streitkräfte. Aus dem Weißen Haus verlautete dazu, „wenn Assad noch einen Massenmord unter Einsatz von Chemiewaffen unternehmen sollte, so würden er und sein Militär einen hohen Preis zahlen müssen“.

In Moskau betrachtet man solche Ankündigungen als Auftakt für eine neuerliche US-Intervention in Syrien. Das erklärte die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa am Donnerstag. Sie verwies auf Parallelen zur Vorgeschichte des amerikanischen „Vergeltungsangriffs“ auf eine syrische Luftwaffenbasis im April und sagte wörtlich:„Im April 2017 nach dem angeblichen Einsatz von Chemiewaffen im syrischen Chan-Scheichun hatte die aktuelle US-Administration nichts Unerwartetes getan. Sie wischte den Staub vom Szenario aus dem Jahr 2013 (zu einer Intervention in Syrien) und führte einen Angriff auf einen souveränen Staat durch.“ „Die aktuelle Informationskampagne ist das Vorspiel zu einer neuen Intervention in Syrien“, betonte die Sprecherin.

Die provokativen Erklärungen Washingtons über die angebliche Vorbereitung einer Chemieattacke seitens Damaskus‘ richteten sich dabei nicht nur gegen Syrien, sondern auch gegen Rußland. Die Lage „erinnert die Situation an eine umfangreiche Provokation militärischer und informationeller Art, die nicht nur gegen die syrische Regierung, sondern auch gegen Rußland gerichtet ist“, sagte Sacharowa.

Auch der russische Außenminister Lawrow erklärte unterdessen – im Rahmen einer Pressekonferenz mit Bundeswirtschaftsminister Gabriel in Krasnodar –, Moskau werde adäquat auf mögliche US-Provokationen reagieren. Wörtlich sagte Lawrow: „Wir werden angemessen und entsprechend auf die reale Situation reagieren, die entstehen kann.“

Am Dienstag teilte der Sprecher des Weißen Hauses offiziell mit, Washington habe festgestellt, daß das Regime des syrischen Staatschefs Baschar al-Assad einen Angriff mit Chemiewaffen vorbereite. Zuvor hatte der amerikanische Investigativjournalist Seymour M. Hersh unter Hinweis auf von ihm recherchierte Informationen mitgeteilt, daß US-Präsident Donald Trump, als er im April den Befehl zum Raketenangriff auf den syrischen Militärflugplatz Schairat erteilt hatte, nicht über Beweise verfügt habe, daß die Behörden des Landes Chemiewaffen in Chan Scheihun eingesetzt hatten. (mü)

5 Kommentare

  1. Paul Buchfeld sagt:

    Ich glaube nicht daß sich die USA in Syrien verteiben lässt. Nicht nur Russland sondern auch die USA verfügen über gute Waffen. Vielmehr wird die amerikanische Regierung, wer immer auch dort das Sagen hat, die Teilung Syrien als Kompromiss durchsetzen.

  2. Eidgenosse sagt:

    Hin und wieder überrascht mich die Geduld Putins. Die illegal in Syrien operierenden US Einheiten gehören von dort längst vertrieben. Wahrscheinlich wollen die Amis mal ausprobieren ob ihre Kampjets den russischen überlegen sind oder nicht.
    Ehrlich gesagt bin ich gespannt auf diesen „Wettkampf“.

  3. Walter Roth sagt:

    Trump steht innenpolitisch nicht mit dem Rücken zur Wand, dass Bild wollen uns nur die Medien hier eintrichtern.

    In den USA liegen die Demokraten politisch am Boden, die Reps sind im Volk durchaus noch gelitten, sie haben bei Nachwahlen nun regelmässig gewonnen.

    Trump selber ist beim körperlich arbeitenden Teil der US Bevölkerung beliebt…….
    Natürlich, bei den Hetzern in den linken Medien, die immer noch glauben ihn mit derlei Schmutzkampagnen entfernen zu können, ist das anders.

    Dabei sollten Denn sehr viele US-Bürger fühlen sich von Washington schon lange nicht mehr vertreten. Trump ist einer der „ihren“ und verschafft dem establishment nochmals einige Jahre, nur eben, diese Einflussreichen wollen in ihrem Wahn …..alles und jederzeit.

    Was wir hier sehen ist aber der Umstand das Trump den Staat noch nicht wirklich kontrolliert. Der „tiefe“ Staat wehrt sich gegen Trump genauso wie die Medien, und der „tiefe“ Staat unterscheidet nicht zwischen Dems und Reps, den beide arbeiten daran nur …..ja keinen Präsidenten zu haben den „SIE“ nicht kontrollieren können.

    Die neuen Sanktionen gegen Russland waren eine Provokation an die Adresse des Präsidenten, der Ausdruck eines Machtkampfes, aber eben nicht eines Machtkampfes des Volkes gegen den Präsidenten, sondern des tiefen Staates gegen ihn.
    Die Armee kontrolliert er offenbar auch noch nicht wirklich, denn die können sich immer noch solche Aktionen wie in Syrien leisten.
    Wir werden abwarten müssen wie das ausgeht.

    Und sollte Russland zurückschlagen, werden die USA Syrien verlassen müssen, denn sie werden die Lufthoheit verlieren gegen die S-400. Ohne diese aber sind sie dort Gefangene…..
    Aber natürlich würde der tiefe Staat in Washington dann sofort einen Krieg befürworten, denn deren „Söhne“ würden dabei ja nicht ihr Leben verlieren, dafür die „Väter“ ungeheuer gute Geschäfte machen.

    Der Grad an Verantwortungslosigkeit in den Eliten in Washington ist geradezu bizarr geworden.

    In den USA gibt es viele Bürger die horten Waffen ……weil sie glauben bald einmal sich gegen ihre Politiker wehren, gegen sie vorgehen zu müssen.
    Nicht gegen Trump, aber gegen jenes Establishment welches das Land als ihre Beute betrachtet.

    Kommt es in den USA zu einem Bürgerkrieg, werden Köpfe rollen, denn die Bürger der USA welche das Establishment mit Dutzenden Namen beschreibt …..von welchen „White-Trash“ nur der geläufigste ist, die sind harte Kerle.
    Es sind meist Patrioten, aber wenn die einmal erkennen was da gespielt wird, wird sich dieser Patriotismus gegen den Sauladen in Washington richten.

    Tabula Rasa……………

  4. Michael sagt:

    Wenn man, wie Trump, innenpolitisch mit dem Rücken zur Wand steht, muss man halt einen atomaren Weltkrieg riskieren.

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