ZUERST!-Chefredakteur Manuel Ochsenreiter: „Totale geistig-moralische Demontage unserer Armee durch die eigene politische Führung“

20. Mai 2017
ZUERST!-Chefredakteur Manuel Ochsenreiter: „Totale geistig-moralische Demontage unserer Armee durch die eigene politische Führung“
National
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Seit Freitag können Sie die Juni-Ausgabe des Deutschen Nachrichtenmagazins ZUERST! im Zeitschriftenhandel erwerben. Das Editorial von Chefredakteur Manuel Ochsenreiter beschäftigt sich diesmal mit dem von Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen befehligten Bildersturm in der Bundeswehr und dem hier zutage tretenden Versagen der politischen Führung.

Lesen Sie nun exklusiv den Kommentar aus der aktuellen Ausgabe von ZUERST!

Die „Skandale“ rund um die Bundeswehr nehmen immer groteskere Züge an. Noch vor ein paar Monaten waren Mainstream-Medien und Politik entsetzt darüber, daß in der Staufer-Kaserne in Pfullendorf einige Ausbilder eine weibliche Rekrutin angeblich dazu genötigt hatten, an einer Stange zu tanzen. Diese dümmliche Posse wurde zum landesweiten „Skandal“ aufgeblasen, am Ende schaltete sich Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sogar persönlich ein und forderte einen „grundsätzlichen Mentalitätswandel“ in der Truppe.

Jetzt geistert seit Wochen ein Bundeswehroffizier namens „Franco A.“ durch den deutschen Blätterwald, dem ein wahres Husarenstück gelungen sein soll: Mit einer abenteuerlich konstruierten Vita habe er sich eine Doppelidentität als syrischer Flüchtling zusammengebastelt und auch finanzielle Leistungen bekommen. „Franco A.“ spreche nicht einmal Arabisch. Doch bevor man sich ausgiebig der Frage des Totalversagens der deutschen Asyl- und Flüchtlingspolitik widmen konnte, bekam die Geschichte plötzlich einen ganz anderen Drall: „Franco A.“ habe in der Rolle des syrischen Flüchtlings Terroranschläge begehen wollen, um damit „rechte Ressentiments zu schüren“.

Während es für seinen Asylschwindel handfeste Beweise gibt, gehört der „Terror“-Teil der Geschichte nach wie vor ins Land der abenteuerlichen Spekulationen. Dennoch sprechen alle etablierten Medien heute über ein angebliches „Terror-Netzwerk in der Bundeswehr“. Die „Refugees Welcome“-Fraktion geht sogar so weit zu behaupten, daß nun alle Fälle von Migranten-Übergriffen auf den Prüfstand gehörten. Schließlich sei es ja möglich, daß da auch „Rechtsradikale“ dahintersteckten. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe hat unterdessen die Ermittlungen gegen den terrorverdächtigen Bundeswehr-Offizier Franco A. an sich gezogen. Es bestehe der Anfangsverdacht der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat.

Als würde das alles nicht bereits reichen, bläst Ministerin von der Leyen nun zum Großangriff auf ihre eigene Truppe. Sie habe herausgefunden, daß es ein gravierendes „Rechtsradikalismus“-Problem bei der Bundeswehr gebe. Öffentlich hat die Ministerin die gesamte Bundeswehr einem rechtsextremen
Generalverdacht ausgesetzt. Die Medien drehen kräftig mit am Rad.

Gleichzeitig grübelt man im Verteidigungsministerium, warum die Truppe ein Nachwuchsproblem hat. Berlin investiert seit Jahren gigantische Geldsummen in Beratungsfirmen, Werbeagenturen und allerlei Ringelpiez mit Anfassen, um junge Menschen dazu zu be wegen, sich für den Soldatenberuf zu entscheiden.

Daß es an der totalen geistig-moralischen Demontage unserer Armee durch die eigene politische Führung liegen könnte, kommt anscheinend niemandem in den Sinn. Gleichzeitig wird die Bundeswehr nicht mehr als Landesverteidigungsarmee, sondern als weltweite Söldnertruppe unter US-Kommando eingesetzt – auch das macht den Soldatenberuf in Deutschland gewiß nicht attraktiver.

Jetzt bläst von der Leyen zur Jagd auf die gesamte Truppe und stellt sie pauschal unter Extremismusverdacht. Wer sich trotzdem unter dieser Ministerin freiwillig zur Bundeswehr meldet, muß schon masochistisch veranlagt sein – oder sehr verzweifelt.

Manuel Ochsenreiter ist Chefredakteur des Deutschen Nachrichtenmagazins ZUERST!

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5 Comments

  1. parabellum schreibt:

    Franco A. von der Brigade Franco – Allemagne.
    Sachen gibt ’s….

  2. Pingback: Unsere Armee wird mental kastriert – AAA

  3. Zack schreibt:

    Welche Ängste beherrschen denn diese Regierung muß man sich immer wieder fragen, wenn man ihre seltsamen Aktionen verfolgt?

  4. Bernd Sydow schreibt:

    Schon mit Gründung der Bundeswehr Mitte der 1950er Jahre war eine Tendenz erkennbar, das rein Militärische in unseren Streitkräften zu verringern. Als erstes gab es keine Kriegsgerichte mehr; für Verfehlungen eines Soldaten im Dienst waren künftig Zivilgerichte zuständig. Später wurde es dann zur Mode zu behaupten, ein Bundeswehrsoldat sei im Grunde gar kein richtiger Soldat, sondern ein „Bürger in Uniform“. Militärparaden wurden als zu NS-affin verworfen, statt dessen die Big Band der Bundeswehr mit weitgehend zivilem Charakter gegründet. In erster Linie für Staatsempfänge besitzt die Bundeswehr eine Ehrenkompanie, die zwar militärisch auftritt, aber nur Repräsentationsaufgaben hat.

    Der Soldatenberuf sei ein Beruf wie jeder andere, wird verkündet – daß man dabei sein Leben riskiert, wird für gewöhnlich ausgeblendet -, deshalb wird über Arbeitszeiten, Löhne (Sold), Vereinbarkeit mit dem Familienleben sowie Frauen in Kampfverbänden – über letzteres nicht mehr, sie dürfen Panzer fahren – debattiert. Von einem soldatischen Ethos ist keine Rede mehr, Korpsgeist ist NS-verdächtig.

    Kurz und gut: Unsere Bundeswehr ist alles, nur kein stolzer, traditionsbewußter militärischer Großverband mehr!

  5. Dr. ALTENBURGER schreibt:

    Und als alter Reservist möchte man sich da auch nicht melden und diesen Kindergarten mitmachen ! Ein selbstbewusster Soldat sein, und dennoch behandelt werden wie ein dummes Kleinkind, das passt nicht zusammen, aber auf so einfache Lebensweisheiten, kommt unsere masochistisch veranlagten Meinungs-(Faschisten)Fachleute nicht.

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