Böllerschützen im Visier der EU: Österreichisches Innenministerium verspricht Unterstützung

11. November 2016
Böllerschützen im Visier der EU: Österreichisches Innenministerium verspricht Unterstützung
Kultur & Gesellschaft
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Foto: Symbolbild

Wien/Salzburg. Der Brüsseler Regulierungswahn kennt keine Grenzen. Infolge der jüngsten Verschärfung des Waffenrechts durch die EU ist auch das Brauchtum heimischer Böllerschützen ins Visier der Brüsseler Eurokraten geraten. In Österreich sind jetzt 109 Schützenkompanien – allein in Salzburg mit 5.800 aktiven Mitgliedern – von der geplanten Verschärfung der EU-Feuerwaffenrichtlinie 91/477/EWG betroffen.

Die Salzburger Schützen wollten nicht warten, bis ihnen ihre Traditionswaffen von Brüssel weggenommen werden. Sie zogen jetzt unter Führung des Salzburger Landesschützenkommandanten Franz Meißl sowie in Begleitung von Salzburger und Tiroler Schützen und Vertretern der federführenden Salzburger Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf zum österreichischen Innenministerium. Nicht ohne Erfolg: das Ministerium stellte klar, daß die Ausrüstung der Schützen großteils nicht unter die Klassifizierung als Waffe fällt.

Die von der österreichischen Regierung umgesetzte Gesetzesnovelle soll zwar die Bekämpfung von Terrorismus verbessern – aber mit dem Nebeneffekt, daß Brüssel auch die kunstvoll gestalteten Prangerstutzen ins Visier nahm, die die Schützen bei öffentlichen Auftritten abfeuern.

Bislang gab es dafür eine Ausnahme: Das Salzburger Festschützenwesen wurde 2010 sogar als immaterielles Kulturgut in die entsprechende Liste der UNESCO aufgenommen. Aber: alle Mitglieder der 30 Salzburger Prangerstutzenvereine hätten nach der neuen EU-Richtlinie ihre Stutzen aufwendig registrieren lassen müssen – für viele ein enormer bürokratischer wie finanzieller Aufwand, der das über Jahrhunderte währende Brauchtum gefährdet hätte.

Das Innenministerium stellte nun klar, daß Prangerstutzen und historische Museumswaffen auch weiterhin nicht unter den Waffenbegriff fallen und nicht registrierungspflichtig sind. Ende des Jahres soll die aktualisierte Richtlinie in Brüssel beschlossen werden. (mü)

 

Bildquelle: Wikimedia/Rellingen/CC BY-SA 3.0 (Bildformat bearbeitet)

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