Jetzt auch in der Slowakei: Bürger bewaffnen sich wegen Terrorgefahr

7. August 2016

Preßburg. Erst kürzlich sorgten tschechische Politiker im Westen für ungläubiges Staunen, weil sie ihre Landsleute angesichts der wachsenden Terrorgefahr dazu aufforderten, sich zu bewaffnen. Doch das ist in Ostmitteleuropa offenbar ein verbreiteter Trend. Wie jetzt die Tageszeitung „Novy Cas“ (Neue Zeit) berichtet, schnellen auch in der benachbarten Slowakei die privaten Waffenkäufe nach oben. In den letzten fünf Jahren seien stattliche 50.000 neue Waffen registriert worden. Es gab auch eine vermehrte Nachfrage bei anderen Verteidigungsmitteln wie Pfefferspray.

Innerhalb eines Jahres sei der Verkauf sogar um rund 20 Prozent gestiegen, sagte ein Verkäufer der Zeitung gegenüber. Zwar hänge dies nicht ausschließlich mit der Sicherheitssituation in Europa zusammen, diese habe aber einen wesentlichen Einfluß darauf. Auch Sportschießen komme in der Slowakei immer mehr in Mode. Die Zahl der Sportklubs gehe ebenfalls nach oben.

Anders als etwa in den USA gibt es in der Slowakei keine große „Kultur des Waffenbesitzes zur Selbstverteidigung“, zitiert „Novy Cas“ den Sicherheitsexperten Marian Majer vom Slowakischen Institut für Sicherheitspolitik. Historisch wurde die Sicherheit im Land stets als Angelegenheit des Staats empfunden. Häuften sich allerdings die Terroranschläge wie in den letzten Wochen, dann könnte der Trend zum Waffenbesitz weiter zunehmen, sagte der Experte. (mü)

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