Streit um Chinas „Marktwirtschafts“-Status: USA versuchen Peking auszubremsen

18. Juli 2016
Streit um Chinas „Marktwirtschafts“-Status: USA versuchen Peking auszubremsen
Wirtschaft
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New York. Die offizielle Anerkennung Chinas als „Marktwirtschaft“ sorgt auf dem internationalen Parkett weiterhin für Reibereien. Zuletzt hatte das Europaparlament eine solche Anerkennung abgelehnt, die für China mit einem erleichterten Zugang zu europäischen Märkten verbunden wäre – und die europäischen Wirtschaften unter erheblichen Konkurrenzdruck setzen würde.

Jetzt verlagert sich der Konflikt auf die Welthandelsorganisation (WTO). Das meldete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf den US-Handelsvertreter bei der WTO, Chris Wilson. Wilson wies China darauf hin, daß Peking noch keine ausreichenden Schritte unternommen habe, um als „Marktwirtschaft“ klassifiziert zu werden.

Insbesondere hätten die marktwirtschaftlichen Reformen in China die Hoffnungen nicht erfüllt, mit denen die Aufnahme Chinas in die WTO vor 15 Jahren verbunden war. „Das ist insbesondere in der Stahl- und der Aluminiumbranche offenkundig, wo die Aktivitäten Chinas eine Überproduktion dieser Metalle zur Folge hatte. Das gefährdet die Existenz konkurrierender Firmen in diesen Branchen weltweit“, sagte Wilson.

Beobachter sehen in der Blockadehaltung der USA den Versuch, Chinas wachsenden ökonomischen Einfluß zu bremsen. Außerdem sind insbesondere die USA bestrebt, im harscher werdenden geostrategischen Ringen mit dem aufstrebenden Reich der Mitte neue Druckmittel gegen Peking in die Hand zu bekommen. (mü)

Ein Kommentar

  1. Olli sagt:

    Kuka war erst der Anfang. Die Chinesen werden sich die EU-Wirtschaft einverleiben, so oder so.

    Das im Artikel beschriebene sind nur Schattenboxereien, und in der Disziplin sind die Chinesen seit Jahrtausenden geübt, habe ich mir sagen lassen.

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