Zum Schutz vor US-Sanktionen: Gazprom stellt von Dollar auf Euro um

16. Juli 2016
Zum Schutz vor US-Sanktionen: Gazprom stellt von Dollar auf Euro um
Wirtschaft
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Moskau. Das wird an der Wallstreet für Stirnrunzeln sorgen – der staatliche russische Ölkonzern Gazprom Neft bereitet derzeit eine Umstellung seiner Kundenverträge vom Dollar auf den Euro vor. 95 Prozent der Kunden seien dazu bereit, erklärte der Konzern. Darüber hinaus prüfen die russischen Rohstoff-Konzerne die Nutzung von Rubel und Yuan als Verrechnungswährung.

Gazprom will sich mit der Maßnahme auf mögliche westliche Sanktionen vorbereiten. Diese beschränkten sich bislang auf Einzelpersonen und die mittelgroße Bank Rossija. Nach dem Anschluß der Krim an Rußland wurde diesen verboten, Geschäfte in Dollar abzuwickeln.

Außer dem Energiekonzern Gazprom haben auch viele andere Rohstoff-Konzerne Gespräche mit Banken über eine mögliche Umstellung der Geschäfte von Dollar auf Euro geführt, zitiert die „Financial Times“ einen hochrangigen Banker. „Jedes Unternehmen im Rohstoff-Sektor redet darüber, was möglich ist, wenn man nicht mehr in Dollar handeln kann – wenn man keinen Dollar mehr in New York abwickeln kann.“

Andrei Kostin, Chef der Staatsbank VTB, erklärte dazu, daß russische Exporteure Zahlungen in Rubel prüfen sollten. „Zu einem gewissen Grad wäre dies eine Garantie, daß, wenn zu einem bestimmten Zeitpunkt Iran-artige Sanktionen gegen uns verhängt werden, wir einen bestimmten Schutz dagegen hätten.“ (mü)

2 Kommentare

  1. H. S. sagt:

    Das hört sich harmlos an, Euro statt Dollar. Für manche US-Kreise ist das eine Kriegserklärung. Der Iran hat es auch schon versucht. Den Russen wünsche ich viel Erfolg. Ami go home!

  2. M p d S sagt:

    Die wirtschaftlich-fiskalische Schlinge um den Hals der USA zieht sich immer enger zu.
    Es ist ein innerer – – – – – – parteitag, das erleben zu dürfen

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