Protest gegen TTIP: 35.000 Demonstranten in Hannover – Merkel weist Kritik zurück

25. April 2016
Protest gegen TTIP: 35.000 Demonstranten in Hannover – Merkel weist Kritik zurück
Kultur & Gesellschaft
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Hannover. Am vergangenen Samstag demonstrierten in der niedersächsischen Landeshauptstadt 35.000 Menschen gegen das Freihandelsabkommen TTIP. Ihre Kritik richteten die Demonstranten auch an die Adresse von US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Die Kundgebung stand unter dem Motto „Merkel & Obama kommen – TTIP & CETA stoppen – für einen gerechten Welthandel“. Der Demonstrationszug wurde von 35 Traktoren angeführt. Hubert Weiger, Vorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), sagte: „Wir befinden uns im Prozeß der gnadenlosen Ökonomisierung der Welt. Dieser Prozeß dokumentiert sich in den geplanten Freihandelsabkommen.“ Ein Vertreter der Umweltschutzorganisation Greenpeace sprach gegenüber tagesschau.de davon, daß TTIP „ein Angriff auf die Demokratie sei“.

Merkel sagte, sie könne die Kritik an dem Abkommen, das auch Gegenstand der Gespräche mit Obama bei dessen Besuch am Sonntag in Hannover war, nicht nachvollziehen. Den Vorwurf mangelnder Transparenz bei den Verhandlungen über TTIP wies sie zurück.

Durch das Freihandelsabkommen TTIP wollen die USA und die EU die größte Freihandelszone der Welt mit 800 Millionen Menschen schaffen. Verbraucherschutz- und Umweltschutzorganisationen sehen dadurch ökologische und soziale Standards in Gefahr, im Parteienspektrum lehnen sowohl die Linkspartei als auch die AfD die hinter verschlossenen Türen stattfindenden Verhandlungen zu TTIP ab. In der Kritik steht neben wirtschaftsrechtlichen und umweltschützerischen Aspekten vor allem die damit einhergehende Aushöhlung nationaler Souveränität. (ag/sp)

5 Comments

  1. MarcoM schreibt:

    35.000 nach offiziellen Angaben, 90.000 nach den Veranstalter. Dass die Veranstalter ein Interesse haben eine möglichst hohe Zahl zu nennen, ist natürlich klar. Dass aber seitens des politischen Establishments es hier natürlich gewünscht ist, dass möglichst niedrige Zahlen genannt werden, ist ebenso klar. Und wir wissen, dass die Verlautbarungen der Polizei alles andere als neutral und unbeinflusst sind. Das zeigen die Tricksereien, wenn es um Straftaten von Migranten und Asylsuchenden geht.

  2. Der Rechner schreibt:

    Dieses sogenannte Freihanndelsabkommen hat mit Freihandel so viel zu tun wie Ede Wolf mit Mutter Teresa.

    Es ermöglicht es vielmehr internationalen Großkonzernen die Bedingungen unter denen Güter und Dienstleistungen angeboten und verkauft werden können nach eigenem Geschmack mit Hilfe der durch das Lobby-System/Beraterverträge korrumpierten EU-Bürokratie nach eigenem Gutdünken festzulegen.

    Nicht Freihandel, sondern transatlantischer Stamokap ist das Ziel dieser kriminellen Aktivitäten.

    TTIP ist für Deutschland genauso gefährlich wie Asyltourismus und muß auch genauso entschieden bekämpft werden.

    • lucki schreibt:

      Das wirkliche Problem ist doch:
      Wer soll den ganzen überflüssogen Mist und Schnickschnack denn noch kaufen ? Das wird man auch mit 10 x TTIP CETA und Täterä nicht beilegen können. Die Welt ist satt von dem ganzen Müll.
      Wer nicht genügend Geld hat sich ein menschenwürdiges Dasein zu finanzieren kauft sicher keinen Mercedes oder BMW oder das 10. Tablet.

  3. Emma D. schreibt:

    US-new-speak: Freihandel = Heuschreckenfraß, freie Presse = Kriegshetze, freier Geldverkehr = Zinssklaverei, Reisefreiheit = globale Narrenfreiheit für CIA-Agenten.

  4. lucki schreibt:

    Merkel hat damit nur deutlich machen wollen:
    Kritik steht dem Michel nicht zu.
    Demokratur hin oder her.
    Es wird gegessen was auf den Tisch kommt.
    Wir wissen am besten was gut für euch ist.
    Amen.

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