Politisch unkorrekter Karnevalspaß: Panzer-Attrape löst gutmenschlichen Sturm der Empörung aus

8. Februar 2016
Politisch unkorrekter Karnevalspaß: Panzer-Attrape löst gutmenschlichen Sturm der Empörung aus
Kultur & Gesellschaft
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Pfaffenhofen/Wasungen/Fulda/Harz. Bei einigen Karnevalsumzügen am vergangenen Wochenende präsentierten Karnevalisten politisch unkorrekte Motivwagen. Für einige der Narren könnte dies jedoch ein juristisches Nachspiel bedeuten.

Im Landkreis Pfaffenhofen fuhren Teilnehmer des Karnevalumzugs einen Motivwagen, der einen deutschen Panzer darstellte. Die Aufschriften „Asylpaket III“ und „Ilmtaler Asylabwehr“ sind nun Grund für einen bundesweiten Aufschrei politisch korrekter Gralshüter. Nachdem ein Lokalpolitiker der SPD ein Foto des  Gefährts über das Internet verbreitet hatte, erhob sich ein gutmenschlicher Sturm der Empörung. Mittlerweile sind mehrere Anzeigen wegen Volksverhetzung gegen die Wagenbauer eingegangen. Bürgermeister Reinhard Heinrich (CSU) sagte der „Zeit“: „Das geht gar nicht. So etwas ist natürlich nicht tolerierbar und auch nicht mit Fasching zu entschuldigen.“ Die anwesende Polizei stoppte den Wagen jedoch nicht. Und auch Einheimische fanden die Idee des Motivwagens eher originell als anrüchig. Immerhin stellt das Demaskieren politischer Narretei den Kern von Karneval und Fastnacht dar – über Geschmack läßt sich bekanntlich streiten, doch wird gerade unter dem Deckmantel der Kunstfreiheit in anderen Fällen jedweder Sittenwidrigkeit Tür und Tor geöffnet. Wenn aber mit ironischer Spitze die mißlungene bundesdeutsche Asylpolitik aufs Korn genommen wird, soll diese auf einmal nicht gelten.

Auch anderswo schlugen die Gutmenschen Alarm: An einem Motivwagen in Wasungen entzündete sich ebenfalls Kritik. Der Wagen mit dem Namen „Balkan Express“ transportierte Karnevalisten, die sich als Heuschrecken verkleidet hatten. Den Verkleideten unterstellte man rassistische Hetze.

Im Landkreis Fulda nahm ebenfalls ein Panzer-Wagen an dem Umzug teil. In Anspielung auf die sexuellen Übergriffe durch sogenannte „Kriegsflüchtlinge“ war dort zu lesen: „Sie sollten kämpfen für ihr Land, anstatt zu grapschen mit der Hand.“

Bei einem Umzug im Harz liefen auch Angehörige der patriotischen Identitären Bewegung mit. Die Aktivisten verkleideten sich als Islamisten und trugen Spielzeuggewehre bei sich. Außerdem schleppten sie eine Sarg-Attrappe mit der Aufschrift „Der letzte Deutsche“. Über die Reaktionen der anderen Umzugsteilnehmer und Zuschauer schrieben die verkleideten Identitären auf ihrer Facebook-Seite: „Die Reaktion des Publikums war zum überwältigend größten Teil positiv. Viele Daumen nach oben wurden gezeigt und der ein oder andere gab ein paar Worte der Zustimmung von sich.“ (ag/sp)

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7 Comments

  1. Deutscher Patriot schreibt:

    ZUERST! hätte auch einen Wagen da haben sollen. Besser in Köln. Da mehr Zuschauer. Und in diesem Fall sogar fast vollständig deutsch (na ja, zumindest europäisch (kommen ja auch viele aus dem europäischen Ausland, aber auch von Übersee, von dort aber dann nicht mehr so viele)), da die Musels sich hier ja nicht anpassen und daher auch kein Karneval feiern. Wäre denen aber eh schon zu lustig.

  2. Kerl schreibt:

    Lebenslanger Knast für diese unverhohlene Tat, eine Frechheit unseren Muslimischen Mitmenschen gegenüber. Auch das Essen von Schweinefleisch ist eine Provokation, wie kann man nur.

  3. Sir Toby schreibt:

    Frage: Ist ein Karnevalsspaß, der nicht ‚politisch unkorrekt‘ ist … überhaupt ein Karnevalsspaß? Ich habe mir – dieses Jahr zum ersten Mal seit ewigen Zeiten mal wieder – große Teile von ‚Mainz bleibt Mainz‘ angesehen …und gerade gestern (Montagabend) aus dem Kölner Karneval so eine Sitzung in der ARD, bei der auch der bekannte Comedian Bernd Stelter auftrat. Auffällig war mir die sowohl bei Stelter wie auch bei Hans Peter Betz (Gutenberg – Mainz bleibt Mainz), sowie dem Till (ebenfalls ‚Mainz bleibt Mainz‘)(Name des Interpreten vergessen) absolut gleichgeschaltete Einstellung gegenüber der AfD bzw. Pegida. Nach Stelter sollen – gemäß seinem Vortrag – die, die sich ’nicht benehmen‘ ab nach Hausealle anderen sind herzlich willkommen!!

    Muß man noch mehr dazu sagen bzw. hören? Wohl kaum. Stelter in Konsequenz: 7 Milliarden ‚Mööntschen‘ Willkommen in Germoney. Daß diese Elite – und leider, leider ist sie ja tatsächlich eine (wenn auch eine negative) – j-e-d-e-n, aber auch wirklich j-e-d-e-n Kontakt zu derjenigen kollektiven Erfahrung, die tatsächlich die deutsche ist (so, wie sie sich hier – ganz ohne jede soziologische Reflektion – zwischen 911 und 1911 organisch entwickelt und ausgedrückt hat, verloren hat bedarf wohl keiner Frage mehr. Und daß sie sich darin mit ihrem Publikum (in Mainz älter, in Köln jünger) absolut einig ist, ist für mich zumindest, so etwas wie der Garant, daß dieses … ja, wie nennt man dieses ‚Ding‘ eigentlich zutreffend? BRD? Land? Doiselaaan?? … Gebilde, dessen Normen ich unterworfen bin in gar keinem Fall überleben kann. Dieses ‚Gebilde‘ hat sich, wie die ihm artverwandte EU bereits aus der sozialen Evolution verabschiedet … der (in diesem Fall wohl wirklich: finale) Abschied wurde nur noch nicht vollzogen.

  4. Deutsche Eiche schreibt:

    „ … doch wird gerade unter dem Deckmantel der Kunstfreiheit in anderen Fällen jedweder Sittenwidrigkeit Tür und Tor geöffnet. Wenn aber mit ironischer Spitze die mißlungene bundesdeutsche Asylpolitik aufs Korn genommen wird, soll diese auf einmal nicht gelten.“

    Gut auf den Punkt gebracht!

  5. Der Rechner schreibt:

    Na klar – alles was nicht in das Schwachsinnsschema des kontemporären Gutmenschentums paßt ist „Volksverhetzung“.

    Diese Typen merken noch nicht einmal, wie sie sich mit ihrem Ruf nach Verbot als Antidemokraten entlarven.

  6. M. Rotter schreibt:

    Aha, und der Erdogan/IS Wagen war politisch bestimmt viel korrekter. Komisch, kein Kurde hat sich aufgeregt oder einer unserer Politiker, die über Jahre das Kurdengemetzel angeprangert haben.

  7. ole schreibt:

    Politisch unkorrekt…Da kocht der Gutmensch und hat Schaum vorm Maul und das amüsiert den normal denkenden Menschen. Herrlich!

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