US-Studie: Terroranschläge nahmen um 6.500 Prozent zu – dank „Krieg gegen den Terror“

5. Januar 2016
US-Studie: Terroranschläge nahmen um 6.500 Prozent zu – dank „Krieg gegen den Terror“
International
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Washington. Unmittelbar nach den Anschlägen vom 11. September 2001 erklärten die USA dem Rest der Welt und allen „Terror“verdächtigen den Krieg. Inzwischen fielen ihm ganze Länder und Regionen sowie eine Reihe mißliebiger Regime zum Opfer – dem Terror hat es aber nicht geschadet. Im Gegenteil – seit 2002 stieg die Zahl der Anschläge im Nahen Osten um sage und schreibe 6.500 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Analyse, die sich auf der US-Internetplattform „Reader Supported News“ (RSN) findet.

RSN-Autor Paul Göttinger veröffentlicht dort Zahlen (aus dem amerikanischen Außenministerium) und Schaubilder und stellte Berechnungen an. Demnach wurde zwischen 2007 und 2011 etwa die Hälfte aller Terroranschläge weltweit in Irak und Afghanistan durchgeführt – ausgerechnet in jenen Ländern, die im Rahmen des sogenannten „War on Terror“ von den USA und ihren Verbündeten bekriegt und besetzt wurden. Die von RSN veröffentlichten Zahlen legen einen ernüchternden, aber unabweislichen Schluß nahe: der „Krieg gegen den Terror“ hat nicht zu einer Verringerung, sondern zu einem dramatischen Anstieg von Terroranschlägen geführt – laut RSN um unglaubliche 6500 Prozent.

Gleichzeitig erhöhten sich auch die Opferzahlen um 4.500 Prozent. Am schlimmsten traf es dabei jene Länder, die von den USA überfallen und besetzt wurden: „Zwischen 2007 und 2011 fand fast die Hälfte des weltweiten Terrors im Irak oder in Afghanistan statt – zwei Länder, die in dieser Zeit von den USA besetzt waren. Länder, die Ziele von US-Militärinterventionen sind, erleben den Daten zufolge auch weiterhin eine hohe Zahl von Terroranschlägen. 2014 fielen 74 Prozent aller Terroropfer im Irak, Nigeria, Afghanistan, Pakistan oder Syrien an. Von diesen fünf Ländern wird gegenwärtig nur Nigeria nicht von der US-Luftwaffe bombardiert oder militärisch besetzt.“

Im Jahr 2002 – vor der US-Invasion – wurden im Irak 208 Terroranschläge gezählt. Im Jahr 2005 waren es bereits 11.000. Der Nahe Osten war also vor der Intervention der USA und ihrer westlichen Verbündeten weitaus stabiler als seither – ein Muster, das auch für zahlreiche andere Krisenherde und Schauplätze westlicher Militärinterventionen gilt.

Mitunter zeigen sich sogar US-Politiker für diese Fakten empfänglich, so etwa vor wenigen Wochen der republikanische Präsidentschaftskandidat Ted Cruz in einer Fernsehshow. Cruz stellte zutreffend fest: „Demokraten und Republikaner aus Washington stürzen Regierungen im Nahen Osten. Und jedes Mal profitieren die bösen Jungs, radikal-islamische Terroristen.“

Ben Swann, Journalist und bekannter Kritiker der Washingtoner Außenpolitik, stimmte dieser Einschätzung zu, und rief einige weitere Aspekte des amerikanischen „Krieges gegen den Terror“ in Erinnerung. Swann: „Vor der US-Invasion 2003, wissen Sie, wie viele Selbstmordattentate es im Irak gab? Keine. In der Geschichte des Landes gab es niemals einen. Aber seit der Invasion von 2003 gab es 1.892 davon. Vor Beginn des Irak-Krieges gab es Berichten zufolge etwas mehr als 1,5 Millionen Christen im Land. Kurz nach dem Krieg flüchteten mehr als eine Million von ihnen nach Syrien. Das hat nicht gut funktioniert. Heute bleiben weniger als eine halbe Million Christen, die von Gruppen wie dem Islamischen Staat ausgerottet werden.“

Als Fazit bleibt die ernüchternde Tatsache, daß seit den amerikanischen Militärschlägen im Irak und im Nahen Osten ab 2003 Millionen Menschen ums Leben gekommen sind. Aktuelle Schätzungen beziffern die Anzahl der Todesopfer seit Beginn der Irak-Invasion auf mindestens 1,3 Millionen Menschen. Kein Ruhmesblatt für die USA und die von ihnen vertretenen „westlichen Werte“. (mü)

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2 Kommentare

  1. Pack sagt:

    Wie der „Krieg gegen den Terror“ geführt werden soll, erleben wir jetzt in Deutschland …
    Man nehme 1,5 Millionen … stattet sie mit Smartphones aus …und …

    Übrigens erleben wir schon Terror seit acht Jahren, Einbrüche, Mordversuch, Morddrohung, Erpressung, Falschaussagen an Eides Statt u.s.w. … (Grund: Habgier) und dem Kriminellen passiert nichts … Alle Anzeigen werden abgebogen … „Es läßt sich kein Täter ermitteln“, trotz aller Beweise, obwohl nur ein Täter infrage kommt, oder man beantwortet Anzeigen gleich nicht. Beschwerden werden teuer … das ist eben „rechtsstaatlich!“
    Ca. 20 Verfahren mit Prozeßbetrug … Angebotene Beweise werden ignoriert und die Falschangaben der Gegenseite dienen z.T. als Urteilsbegründung …
    Auch das ist Terror!

  2. ole sagt:

    Na huch? Selbstanklage? Erlebt man selten!

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