Deutscher Politologe: „Keine Lösung im Syrien-Konflikt ohne Rußland“

22. Oktober 2015
Deutscher Politologe: „Keine Lösung im Syrien-Konflikt ohne Rußland“
International
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Moskau. Das Treffen zwischen dem russischen Präsidenten Putin und seinem syrischen Amtskollegen Baschar Assad in Moskau enthält eine wichtige Botschaft an die Weltöffentlichkeit. Putin kommt jetzt eine Schlüsselposition im Syrien-Konflikt zu. Der Kremlchef ist der einzige, der Assad zu einer politischen Lösung des Konflikts bewegen könnte, urteilt der Politikwissenschaftler Hans-Henning Schröder, der bis 2014 als Wissenschaftlicher Direktor am Deutschen Institut für internationale Politik und Sicherheit in Berlin tätig war und an der FU Berlin lehrte.

Schröder wörtlich: „Rußland ist im Moment der einzige Bündnispartner von Assad, und wir brauchen eine Regelung. (…) Ob Assad ein Teil der politischen Lösung sein kann, ist umstritten, und dann ist da auch die Frage, welche Zugeständnisse Assad bereit ist, zu machen. Und der einzige, der ihm das abfordern kann, ist in der Tat der russische Präsident.“ Nach Schröders Auffassung hat Moskau mit seinem militärischen Engagement deutlich gemacht, daß es an einer Lösung der Krise in Syrien beteiligt sein will. „Und ich sehe auch nicht, daß die politische Lösung, die wir brauchen, ohne Rußland gehen wird.“

Unter dem Strich zeigen die Ereignisse der letzten Wochen, daß sich Rußland unversehens als gewichtiger Akteur im Nahen Osten profilieren konnte, während die USA praktisch marginalisiert wurden. (mü)

Ein Kommentar

  1. Der Rechner sagt:

    … während die USA praktisch marginalisiert wurden?

    Die USA haben mithilfe Saudiarabiens, der Wühlarbeit sogenannter NGOs und direkten Waffenlieferungen durch die CIA und das US-Militär den islamischen Aufstand ausgelöst und halten ihn am laufen. Sie haben für ihre Kriegstreiberei eine breite Front von Claqueuren und Hiwis von Großbritannien und Frankreich bis Deutschland und Türkei mobilisiert.

    Auch wenn diese Front letztens ein bißchen bröckelt – unter „marginalisiert“ stelle ich mir nun wirklich ‚was anderes vor.

    Leider ‚mal wieder Wunschdenken, lieber „mü“.

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