Säbelrasseln im Südchinesischen Meer: Der Streit um die Spratly-Inseln eskaliert

20. Oktober 2015
Säbelrasseln im Südchinesischen Meer: Der Streit um die Spratly-Inseln eskaliert
International
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Washington/Peking. Im Pazifik geht das Säbelrasseln zwischen den USA und China in eine neue Runde. Jetzt hat China Washington den Einsatz von militärischer Gewalt angedroht, sollten die USA ihre Kriegsschiffe aus den Gewässern um Chinas künstlich errichtete Inselgruppe in den Spratlys nicht abziehen.

China hat in der Region riesige Baustellen errichtet, auf denen künstliche Häfen, Lande- und Startbahnen sowie andere Logistik-Einrichtungen entstehen. Zuletzt hat die Volksrepublik rund 3.000 acres (1.200 Hektar) neues Hoheitsgebiet auf diese Weise gewonnen. Die USA sehen sich dadurch veranlaßt, die eigenen Verbündeten im Südpazifik zu unterstützen. Washington behauptet, Peking zeichne Seegrenzen nach Belieben neu und errichte Militärstützpunkte. China bestreitet die Vorwürfe.

Trotz der Bemühungen um eine Deeskalation geht der Streit nun in die nächste Runde: Chinesische Medien bezeichnen die amerikanischen Flotteneinheiten in der Region als „unaufhörliche Provokationen“ im Südchinesischen Meer. „Es ist nur eine Frage der Zeit, wann es passiert“, schreibt das „Wall Street Journal“.

US-Verteidigungsminister Ash Carter warnte Peking unterdessen, daß Washington auch weiterhin Präsenz zeigen werde, wo es das Völkerrecht erlaubt – auch im Südchinesischen Meer. „China darf die zügellosen US-Verletzungen von Chinas angrenzenden Gewässern aufgrund der Ausweitung der Inseln nicht tolerieren“, schrieb hingegen die regierungsnahe chinesische „Global Times“. Und weiter: das chinesische Militär solle sich darauf vorbereiten, „auf Washingtons Provokationen zu reagieren“. Greife Washington in Chinas Kerninteressen ein, werde sich „das chinesische Militär erheben und die USA mit Gewalt stoppen“, warnt das Blatt. (mü)

3 Comments

  1. A.S. schreibt:

    Peking weicht vor den Drohungen Washingtons nicht zurück.
    Nichts desto trotz ist davon auszugehen, dass die Chinesen eine Eskalation, hin zu einem offenen Wirtschaftskrieg, geschweige einer militärischen Auseinandersetzung, nicht wollen, da dabei für sie selbst zu viel auf dem Spiel steht.
    Positionen, die sie aber einmal errungen haben, gedenken sie nicht wieder zu räumen, auch nicht unter Druck.

    • Deutscher Patriot schreibt:

      Wir halten fest: Die Chinesen wollen keinen Krieg (weder einen wirtschaftlichen, noch militärischen…….. wobei man das ja bekanntermaßen nicht >wirklich< trennen kann, bzw. geht das wirtschaftliche Streben immer dem militärischen voraus), behalten aber Alles, was sie einmal haben, auch unter Druck.

      Hmmmmmmm……….. 😉

  2. Der Rechner schreibt:

    Zuletzt hat die Volksrepublik rund 3.000 acres (1.200 Hektar) neues Hoheitsgebiet auf diese Weise gewonnen?

    Durch das Aufschütten künstlicher Inseln gewinnt man kein neues Hoheitsgebiet.

    Das ganze ist ein ebenso unverschämter wie lächerlicher Versuch der chinesischen Imperialisten eine pseudolegale Grundlage für ihr Expansionsstreben zu fabrizieren.

    Diese künstlichen Inseln sind genausoviel wert die „Verträge“, mit denen die Yankees den legitimen Einwohnern Amerikas ihr Land weggenommen haben.

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