Russische Luftschläge: Moskau will USA ins Boot holen – aber Washington mauert

9. Oktober 2015
Russische Luftschläge: Moskau will USA ins Boot holen – aber Washington mauert
International
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Washington. Seit dem für die USA überraschenden Beginn der russischen Luftschläge in Syrien bemüht sich Moskau, Kooperationspartner im Kampf gegen den Islamisten-Terror mit ins Boot zu holen, und sich insbesondere mit amerikanischen Stellen abzusprechen. Dadurch sollen zum Beispiel Unfälle mit fremden Flugzeugen vermieden werden. Auch könnte mit entsprechenden Angaben die Präzision der Angriffe noch erhöht werden – westliche und arabische Medien hatten die Russen vom Beginn der Luftschläge an beschuldigt, auch zivile Ziele zu bombardieren.

Moskau hat die amerikanische Seite, die ebenfalls vorgibt, die Terrormiliz Islamischer Staat zu bekämpfen, frühzeitig um Informationen über Stellungen und Einrichtungen des IS ersucht. Doch Washington mauert. Generalleutnant Bob Otto zufolge, dem stellvertretenden Stabschef für Aufklärung bei der US-Luftwaffe, ist es nicht nötig, die Aufklärungsdaten mit den Russen zu teilen.

Als einen der Gründe für die amerikanische Zurückhaltung mutmaßen Experten nun den Umstand, daß auch vorgeblich 2gemäßigte“ Terrorgruppen, die von den USA direkt oder indirekt unterstützt werden, mit dem „Islamischen Staat“ gemeinsame Sache machen und bei weiteren russischen Angriffen ebenfalls getroffen werden könnten.

Andere Beobachter wollen angesichts der jüngsten amerikanischen Pannen allerdings auch nicht ausschließen, daß Washington überhaupt nicht über brauchbare Informationen verfügt. (mü)

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2 Comments

  1. Bürgerfreund schreibt:

    Es ist nun mal schwierig, Terroristen zu unterstützen und gleichzeitig ernsthaft zu bekämpfen. Falls VSA einen gewissen Punkt überschreitet könnte es sein, dass plötzlich wieder Wolkenkratzer wackeln (IS in New York?). So treibt einen Dummheit und Machtgier durchaus in Situationen, deren Ergebnis nur aus einer weiteren Eskalation bestehen kann. Schuld sind natürlich die Anderen – hier zum Beispiel Putin – also kann man mit ihm nicht arbeiten!
    Ausgesprochen erbärmlich, das Verhalten dieser VSA mitsamt seiner Vasallen.

  2. A.S. schreibt:

    Das Vorgehen des Kreml erscheint nicht nur mutig, sondern auch klug, geschickt und nervenstark, in alter russischer Tradition.
    Das macht den anständigen Deutschen und Europäern Mut, die wissen, daß der Weg in die Freiheit ihrer Völker nur über die Abschüttelung der Hegemonie der VSA über sie führt.

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