Fracking-Industrie im Sinkflug: Wie gewonnen, so zerronnen!

16. September 2015
Fracking-Industrie im Sinkflug: Wie gewonnen, so zerronnen!
Wirtschaft
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Noch vor Jahresfrist sahen sich die Fracking-Lobbyisten auf der Siegerstraße und standen im Begriff, alle Umwelt- und Naturschutzstandards auszuhebeln. Doch inzwischen herrscht in der Branche Katzenjammer. Wegen des Einbruchs der Erdöl- und Erdgaspreise verlor auch Fracking seine Grundlagen. Infolgedessen kehren die Anleger diesem Wirtschaftszweig den Rücken und ziehen 32 Milliarden US-Dollar ab.

Fracking ist wegen seiner erheblichen Folgen für die Umwelt die derzeit umstrittenste Rohstoff-Gewinnungsmethode. Gleichzeitig leidet die US-Erdöl- und Erdgasförderindustrie an einer wachsenden Schuldenlast. So hat sich der Schuldenberg zwischen 2010 und 2015 verdoppelt und beläuft sich derzeit auf 169 Milliarden US-Dollar.

Vor diesem Hintergrund steht nun auch die Fracking-Industrie auf der Bremse und befindet sich in einer Phase massiver Umstrukturierungen. So ging der Anteil am Aktien- und Anleihenverkauf seit Jahresbeginn massiv zurück. Gleichzeitig zogen die Banken bei den Kreditkonditionen für die US-Ölförderer eine Neubewertung der Beleihungsgrundlagen für Fördergebiete ein.

Neue Expansionen – geplant waren Förderprojekte unter anderem in der Ukraine, aber auch in Mecklenburg-Vorpommern – könnten damit nur zu schlechteren Konditionen finanziert werden. Beobachter gehen deshalb davon aus, daß zumindest die ohnehin umstrittenen Fracking-Vorhaben in Deutschland jetzt vom Tisch sind. (mü)

 

(Bild: Fracking-Bohrstelle, Bildquelle: Wikipedia/Joshua Doubek, Rechte: CC BY-SA 3.0-Lizenz)

2 Kommentare

  1. Der Rechner sagt:

    Gut, daß uns wenigstens dieser ökologische Wahnsinn erspart bleibt.

    Die Welt muß schnell weg von fossilen Brennstoffen, da sonst Hamburg und Bremen absaufen.

    Auch die Hilfe der Kernenegie sollte man beim Ersatz fossiler Brennstoffe nicht verschmähen.

    Der Atomausstieg war die erste grandiose Fehlleistung der gefühlsduseligen Mutti und ihrer schwachsinnigen Hofschranzen.

  2. Kleeberg sagt:

    Von Anbeginn habe ich der Fracking-Euphorie nicht getraut. Ich halte es für ein mit viel Propaganda aufgezogenes Schwindelunternehmen, um Investoren in die schwindsüchtige USA-Wirtschaft zu locken und Scheinblüten zu erzeugen. Die raue Wirklichkeit macht dem Theater ein Ende und beschert den naiven Investoren herbe Verluste.

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