Erwin Rommel: Vor 70 Jahren beging der „Wüstenfuchs“ Selbstmord

13. Oktober 2014
Erwin Rommel: Vor 70 Jahren beging der „Wüstenfuchs“ Selbstmord
Geschichte
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Herrlingen. Am 14. Oktober 2014 jährt sich zum 70. Mal der Todestag des „Wüstenfuchses“ Erwin Rommel. Der populäre Feldmarschall  wurde im Gefolge des 20. Juli in den Selbstmord gezwungen.

Rommels Name wurde und wird bis heute immer wieder mit dem Attentat auf Hitler in Verbindung gebracht. Allerdings sind sich die Historiker inzwischen weitgehend einig darin, daß Rommel nicht an den Planungen und der Ausführung des Attentats beteiligt war. Keine Einigkeit herrscht jedoch hinsichtlich der Frage, ob er vom geplanten Attentat wenigstens Kenntnis hatte oder zumindest ahnte, daß die Ermordung Hitlers geplant war.

Wie auch immer: Nachdem das Attentat gescheitert war und sich die Gestapo mit aller Brutalität an die Aufklärung der Hintergründe und Drahtzieher machte, fiel auch der Name des „Wüstenfuchses“. Im September 1944 gab General Heinrich Eberbach gegenüber anderen deutschen Offizieren an, Rommel habe sich ihm gegenüber in einem Vieraugengespräch dafür ausgesprochen, Hitler und seine nächste Umgebung umzubringen.

Am 14. Oktober trafen nach einem Anruf vom Vortag General Wilhelm Burgdorf, Hitlers Chefadjutant, sowie General Ernst Maisel, Chef für Ehrenangelegenheiten im Heerespersonalamt, in Herrlingen ein. Sie legten Rommel das vermeintlich belastende Material vor und stellten ihn vor die Alternative, sich selbst zu töten oder sich vor dem Volksgerichtshof zu verantworten.

Zwar war Rommel überzeugt, daß es sich dabei um eine Intrige handeln müsse, dennoch widersetzte er sich nicht. Im Auto fuhr er mit den beiden Generälen bis hinter die Ortsgrenze von Herrlingen, wo er sich mit Hilfe der von den Generälen mitgebrachten Zyankaliampulle das Leben nahm. Rommels Ehefrau wurde anschließend mitgeteilt, ihrem Ehemann sei während der Fahrt unwohl geworden, und er sei schließlich an den Folgen einer Embolie verstorben.

Diese Umstände hinderten die NS‑Staatsführung nicht daran, die tatsächlichen Umstände seines Todes zu verschleiern. In der Öffentlichkeit wurde der Tod als Folge der Verletzungen dargestellt, die Rommel sich am 17. Juli bei einem Tieffliegerangriff der Alliierten in der Normandie zugezogen hätte. Offiziell sprach man von einem Autounfall.

Die Trauerfeier für Rommel fand am 18. Oktober im Rahmen eines Staatsaktes in Ulm statt. Daß dieser Akt in Ulm statt in Berlin stattfand, hatte Rommel den Angaben seines Sohnes zufolge noch ausgehandelt. Anschließend wurde sein Leichnam eingeäschert, die Urne später auf dem Friedhof der St. Andreaskirche in Herrlingen, Gemeinde Blaustein, beigesetzt. (ds)

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