Deutsche Soldaten in den Irak? Bundeswehr könnte US-Luftschläge unterstützen

11. September 2014
Deutsche Soldaten in den Irak? Bundeswehr könnte US-Luftschläge unterstützen
International
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Bagdad/Berlin. Der Bundeswehr könnte die Beteiligung an einem weiteren Einsatz der US-Streitkräfte bevorstehen – diesmal im Irak.

CDU-Außenexperte Karl-Georg Wellmann erklärte, er schließe eine Beteiligung der Bundeswehr an den US-Luftangriffen auf die im Irak und in Syrien operierende Islamisten-Miliz „Islamischer Staat“ (IS) nicht aus. „Einen Einsatz deutscher Soldaten zur Luftaufklärung im Rahmen von Überwachungsflügen halte ich für möglich. Ich kann mir nicht vorstellen, daß wir den USA eine solche Bitte abschlagen“, sagte Wellmann dem „Tagesspiegel“. Dagegen hält Nils Annen, der Außenpolitische Sprecher der SPD, den Einsatz deutscher Soldaten für „ausgeschlossen.“ Dem Sender „Phoenix“ sagte er: „Die Idee, die deutsche Luftwaffe dort zu beteiligen, ist weltfremd.“ US-Präsident Barack Obama hatte angekündigt, neben den Luftangriffen im Irak demnächst auch IS-Stellungen in Syrien ins Visier zu nehmen.

Insgesamt kämpfen im Mittelmeerland Syrien rund 100.000 Rebellen gegen die syrische Armee, etwa die Hälfte davon gehörte einer britischen Studie zufolge Ende 2013 islamistischen Gruppierungen wie der “Jabhat al-Nusra” oder dem “Islamischen Staat” (vormals “Islamischer Staat im Irak und Syrien”, ISIS) an, der inzwischen auch im Irak große Landesteile kontrolliert. Finanzielle Unterstützung bekommen die Islamisten vor allem aus Saudi-Arabien, das als Verbündeter der USA an einer Schwächung des Iran interessiert ist, welcher wiederum auf der Seite Syriens und des Irak steht. Neben zahlreichen ausländischen Kämpfern vor allem aus dem arabischen Raum stammen auch rund 3.500 der kämpfenden Islamisten aus Europa. Aus Deutschland sind rund 500 Kämpfer – zumeist Personen ausländischer Abstammung, aber auch Konvertiten – nach Syrien ausgereist. Bislang etwa 40 von ihnen sind in Gefechten von der syrischen Armee, der Regierung nahestehenden Milizen, kurdischen Verbänden oder rivalisierenden islamistischen Gruppierungen getötet worden, der bekannteste von ihnen war der ehemalige U18-Fußballnationalspieler Burak Karan. Mehrere, darunter der Berliner Ex-Rapper “Deso Dogg” alias Denis Mamadou Cuspert, wurden verwundet. Inzwischen sind nach Syrien ausgereiste Islamisten aus Deutschland grenzübergreifend auch im benachbarten Irak aktiv: In mehreren Fällen sprengten sich deutsche Kämpfer des “Islamischen Staats” als Selbstmordattentäter in die Luft. Es wird befürchtet, daß in dem Konflikt weiter radikalisierte Islamisten nach ihrer Rückkehr Terroranschläge auch in Deutschland planen könnten. (lp)

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