Verfassungsschutz: Islamistische Rückkehrer könnten „Auftrag für einen Anschlag“ haben

10. September 2014
Verfassungsschutz: Islamistische Rückkehrer könnten „Auftrag für einen Anschlag“ haben
Kultur & Gesellschaft
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Düsseldorf. Der Leiter des nordrhein-westfälischen Landesamtes für Verfassungsschutz, Burkhard Freier, warnt vor der Rückkehr von Islamisten aus Syrien und dem Irak nach Deutschland.

Einige der Rückkehrer aus Syrien oder dem Irak „haben sich im Krieg weiter radikalisiert und sind verroht. Sie sind eine Gefahr für die Sicherheit“, sagte Freier dem „Stern“. Bundesweit gebe es derzeit mehr als 100 Rückkehrer, 25 von ihnen hätten Kampferfahrung gesammelt. „Wir beobachten sie genau, weil es möglich ist, daß sie mit einem Auftrag für einen Anschlag zurückkehren“, so Freier weiter. Doch nicht nur die Rückkehrer seien eine Gefahr, sondern auch die weiter stattfindende Propaganda für den „Jihad“: „In Ballungsräumen wie dem Ruhrgebiet wollen diese extremistischen Salafisten neue Anhänger zu rekrutieren“. Allein in NRW gebe es 40 kleine und größere islamistische Netzwerke, so Freier. (lp)

Insgesamt kämpfen im Mittelmeerland Syrien rund 100.000 Rebellen gegen die syrische Armee, etwa die Hälfte davon gehörte einer britischen Studie zufolge Ende 2013 islamistischen Gruppierungen wie der “Jabhat al-Nusra” oder dem “Islamischen Staat” (vormals “Islamischer Staat im Irak und Syrien”, ISIS) an – Tendenz steigend. Finanzielle Unterstützung bekommen die Islamisten vor allem aus Saudi-Arabien, das als Verbündeter der USA an einer Schwächung des Iran interessiert ist, welcher wiederum auf der Seite Syriens und des Irak steht. Neben zahlreichen ausländischen Kämpfern vor allem aus dem arabischen Raum stammen auch rund 3.500 der kämpfenden Islamisten aus Europa. Aus Deutschland sind rund 500 Kämpfer – zumeist Personen ausländischer Abstammung, aber auch Konvertiten – nach Syrien ausgereist. Bislang etwa 40 von ihnen sind in Gefechten von der syrischen Armee, der Regierung nahestehenden Milizen, kurdischen Verbänden oder rivalisierenden islamistischen Gruppierungen getötet worden, der bekannteste von ihnen war der ehemalige U18-Fußballnationalspieler Burak Karan. Mehrere, darunter der Berliner Ex-Rapper “Deso Dogg” alias Denis Mamadou Cuspert, wurden verwundet. Inzwischen sind nach Syrien ausgereiste Islamisten aus Deutschland grenzübergreifend auch im benachbarten Irak aktiv: In mehreren Fällen sprengten sich deutsche Kämpfer des “Islamischen Staats” als Selbstmordattentäter in die Luft. Es wird befürchtet, daß in dem Konflikt weiter radikalisierte Islamisten nach ihrer Rückkehr Terroranschläge auch in Deutschland planen könnten. (lp)

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