Nach AfD-Erfolg in Sachsen: Die CDU streitet über den Umgang mit der neuen Partei

2. September 2014
Nach AfD-Erfolg in Sachsen: Die CDU streitet über den Umgang mit der neuen Partei
National
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Dresden. Nach dem starken Abschneiden der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen debattiert die CDU über den Umgang mit den konservativen Euro-Kritikern.

Aus Thüringen, wo am 14. September ebenfalls der Landtag neu gewählt wird, meldete sich Landtagsfraktionschef Mike Mohring zu Wort und sprach sich generell für Sondierungen auch mit der AfD aus. Der „Leipziger Volkszeitung“ sagte er, Ziel der CDU im Umgang mit der AfD müsse es sein, diese überflüssig zu machen. „Nicht mit der AfD zu reden, sie tot schweigen zu wollen, ist aber nicht die richtige Antwort“, so der CDU-Politiker. „Vor einer Koalitionsverhandlung steht die Sondierung. In Sachsen ist die CDU stark genug, nach der Wahl aus drei Sondierungsoptionen auswählen zu können.“ Daß die sächsische Union vor der Wahl nicht Gespräche mit der AfD tabuisiert habe, begrüßte Mohring ausdrücklich. „Man muß ja nicht miteinander regieren, nur weil man die Möglichkeit hat, miteinander zu reden.“

Innenminister Thomas de Maizière hingegen erklärte im Interview mit dem Sender „Phoenix“: „Bei der AfD gibt es viele, die ich Modernisierungsverlierer nenne, die mit der modernen Welt nicht mehr klar kommen. Die sagen: Am besten ziehen wir die Decke über den Kopf und machen die Augen zu, wie ein Kind, das dann keine Angst mehr hat.“ Auch CDU-Vize Thomas Strobl sprach sich gegenüber der „Leipziger Volkszeitung“ gegen eine Annäherung aus:  „Die AfD paßt nicht zum Exportland Deutschland und sie paßt auch nicht zur Europapartei CDU. Deswegen kommt eine Koalition mit dieser Partei für die CDU nicht infrage.“ Und der sächsische CDU-Bundestagsabgeordnete Marco Wanderwitz riet seiner Partei gar, eine Diskussion über Bündnisse mit der AfD gar nicht erst zu beginnen. Dem „Tagesspiegel“ sagte er, die AfD habe in Sachsen „ganz klar darauf gezielt, sich aus dem Wählermilieu der NPD vollzusaugen“, die Werbung von AfD und NPD sei „faktisch austauschbar“ gewesen. (lp)

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