Abschiebungen: Niederlande wollen kriminelle Nordafrikaner künftig wieder loswerden

1. September 2014
Abschiebungen: Niederlande wollen kriminelle Nordafrikaner künftig wieder loswerden
Kultur & Gesellschaft
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Amsterdam. Kriminelle Ausländer können künftig zur Verurteilung in ihre Heimat zurückgeschickt werden. Zwar nicht in Deutschland, wohl aber in den Niederlanden. Dort vereinbarte die Staatsanwaltschaft jetzt mit den marokkanischen Behörden ein entsprechendes Prozedere.

Weil die Zahl krimineller Delikte vor allem aus dem Kreis marokkanischer Einwanderer immer mehr zunimmt, will die Regierung in Den Haag kriminelle Marokkaner künftig in ihr Heimatland zur weiteren „strafrechtlichen Behandlung“ zurückschicken. Nur Fälle, in denen den Beschuldigten die Todesstrafe drohe, sollen von der Regelung ausgeschlossen sein, berichtete dieser Tage das Nachrichtenportal „DutchNews“.

Demnach wurde zwischen den Strafbehörden der beiden Länder ein entsprechendes Auslieferungsabkommen vereinbart. Bisher gab es kein Auslieferungsabkommen mit Marokko, wovon zahlreiche Kriminelle in den Niederlanden profitierten. Allein eine einzige Bande meist jugendlicher Marokkaner, die für Raubüberfälle, Drogenschmuggel und mindestens sechs Morde verantwortlich gemacht wird, soll mehrere hundert Personen umfassen.

Nun möchten die Niederländer vor allem solche Mitglieder krimineller Jugendbanden abschieben, derer Polizei und Justiz immer weniger Herr werden. Die Exekutive soll von solchen „Dauerkunden“ in Zukunft entlastet werden. An sich eine interessante Anregung auch für Deutschland. (ds)

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