Separatisten-Chef Pawel Gubarew: „Nur ein unabhängiges Neurußland ist die Lösung“

27. Juni 2014
Separatisten-Chef Pawel Gubarew: „Nur ein unabhängiges Neurußland ist die Lösung“
International
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Donezk. Der „Volksgouverneur“ der Separatisten in der ukrainischen Region Donezk, Pawel Gubarew, sieht nur in der Loslösung der Ostukraine vom Westen eine Chance auf die Beendigung des Konflikts.

Im Gespräch mit ZUERST! erklärte Gubarew, der Konflikt habe eine lange Vorgeschichte: „Hier hat man immer schon russisch gesprochen, man war Rußland immer nahe und auch ethnisch leben hier zum überwiegenden Teil Russen.“ Die Zugehörigkeit der Gebiete sei ein „Ergebnis der historischen Ungerechtigkeiten aus der Zeit der Sowjetunion. Das hatte vor allem wirtschaftliche Gründe.“ Heute erweise es sich als Zeitbombe, die nun detoniere. „Viele angesehene Analysten reden schon lange vom Zerfall der Ukraine. So beschrieb zum Beispiel Samuel Huntington diesen in seinem Werk Kampf der Kulturen. Er beschrieb mehrere mögliche Szenarien, unter anderem auch einen militärischen Zerfall – also genau das, was gegenwärtig stattfindet.“ Auch dem „Club of Rome“ nahestehende Wissenschaftler hätten den Zerfall bereits 2009 prognostiziert.

Für einen Ausgleich der kulturellen Spannungen zum Beispiel durch die Umgestaltung der Ukraine in eine Föderation oder Konföderation sei es nun angesichts der blutigen Kämpfe zwischen Separatisten und der ukrainischen Armee mit bereits mehreren hundert Toten zu spät. „Ich glaube, daß diese Detonation die Ukraine spalten wird. Und zwar wird es sie in die ‚eigentliche Ukraine‘ und in Neurußland spalten“, so Gubarew. Dieses soll die östlichen Regionen umfassen, die zusammen 80 Prozent des ukrainischen Bruttoinlandsproduktes erwirtschaften. „In diesem Sinne hegen wir sehr optimistische wirtschaftliche Erwartungen“, erklärte Gubarew weiter. Langfristig, so der Separatisten-Chef, könnten die Verwerfungen zu einer „Neuordnung des globalen Systems“ beitragen und die Position der USA in der Welt schwächen. (lp)

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