Jugoslawien-Krieg: Vor 15 Jahren bombardierte die NATO Serbien

15. April 2014
Jugoslawien-Krieg: Vor 15 Jahren bombardierte die NATO Serbien
Geschichte
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Belgrad. Mit der Operation „Allied Force“ begann die NATO am 24. März 1999 ohne UN-Mandat unter deutscher Beteiligung den Kosovokrieg gegen die Bundesrepublik Jugoslawien.

In der Bundesrepublik Jugoslawien, einem staatlichen Zusammenschluß von Serbien und Montenegro, kämpfte die paramilitärische albanische UÇK (dt. „Befreiungsarmee des Kosovo“) gegen reguläre Ordnungskräfte mit dem Ziel, das Kosovo von Serbien abzuspalten. Die NATO griff schließlich auf Seiten der UÇK mit massiven Luftangriffen in den Konflikt ein. Dabei kamen zeitweise über 1.000 Kampfflugzeuge zum Einsatz, womit der Angriff eine der massivsten Luftkriegsoperationen der Geschichte ist. Insbesondere in Serbien wurden neben militärischen Zielen auch zahlreiche Regierungsgebäude und Industrieanlagen sowie Transport-, Telekommunikations- und Energie-Infrastruktur zerbombt, darunter auch historisch wertvolle Bausubstanz. Der NATO-Krieg endete mit der bis heute umstrittenen und international nur von einer knappen Mehrheit der Staaten anerkannten Unabhängigkeit des Kosovo. Die NATO rechtfertigte ihren Eingriff 1999 mit angeblichen Greueltaten der Serben an den Kosovoalbanern, die zwischenzeitlich allerdings zu großen Teilen widerlegt sind. Nicht zuletzt deshalb und weil es kein UN-Mandat gab, wird der Angriffskrieg bis heute heftig kritisiert. Die deutsche Kriegsbeteiligung war von der damaligen rot-grünen Bundesregierung unter Kanzler Gerhard Schröder (SPD) beschlossen worden.

Foto: Treffen der NATO-Verteidigungsminister 2004 (wikipedia.org).

Dieser Artikel erschien in ZUERST! Ausgabe 2-3/2014
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