Syrien-Konflikt: 40 Prozent der deutschen Syrien-Kämpfer stammen aus Nordrhein-Westfalen

24. Februar 2014

Ein syrischer T-72-Panzer feuert auf eine Stellung der Rebellen
(Screenshot: YouTube/newsanna)

Düsseldorf. Über 40 Prozent der aus Deutschland ausgereisten und in Syrien gegen die Regierung von Präsident Bashar al-Assad kämpfenden Islamisten stammen aus Nordrhein-Westfalen.

Von den bislang 270 Ausgereisten stammten 110 aus dem bevölkerungsreichsten Bundesland, sagte der Chef des nordrhein-westfälischen Landesamts für Verfassungsschutz, Burkhard Freier, der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“. „Viele beteiligen sich an Kampfhandlungen“, so Freier weiter. Der hohe Anteil von Kämpfern aus Nordrhein-Westfalen spiegelt sich auch in der Liste der Gefallenen wider: Sieben der nach einer Zählung von ZUERST! bislang 19 getöteten Terror-Touristen stammten von dort.

Insgesamt kämpfen im Mittelmeerland Syrien rund 100.000 Rebellen gegen die syrische Armee, die Hälfte davon gehört einer britischen Studie zufolge islamistischen Gruppierungen wie der „Jabhat al-Nusra“ oder dem „Islamischen Staat im Irak und Syrien“ (ISIS) an, die sich auch untereinander gegenseitig bekämpfen. Neben zahlreichen ausländischen Kämpfern vor allem aus dem arabischen Raum stammen auch rund 2.000 der Islamisten aus Mitgliedsstaaten der EU. Aus Deutschland sind rund 270 Islamisten – zumeist Personen ausländischer Abstammung, aber auch Konvertiten – nach Syrien ausgereist. Bislang 19 davon sind nach Berechnungen von ZUERST! in Gefechten von der syrischen Armee, der Regierung nahestehenden Milizen, kurdischen Verbänden oder rivalisierenden islamistischen Gruppierungen getötet worden, der bekannteste von ihnen war der ehemalige U18-Fußballnationalspieler Burak Karan. Mehrere, darunter ein Pforzheimer Islamist sowie der Berliner Ex-Rapper „Deso Dogg“ alias Denis Mamadou Cuspert, wurden verwundet. Es wird befürchtet, daß in dem Konflikt weiter radikalisierte Islamisten nach ihrer Rückkehr Terroranschläge planen könnten.

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