„Rassistische“ NSU-Aktenvermerke: Zentralrat der Sinti und Roma stellt Strafanzeige gegen Polizei

6. Februar 2014

Romani Rose (Foto: Wikimedia/Zentralrat Deutscher Sinti und Roma, CC0 1.0)

Berlin. Der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, hat Anzeige gegen baden-württembergische Polizeimitarbeiter erstattet.

In Aktenvermerken aus Baden-Württemberg, die im Prozeß um den „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) von Relevanz sind, war bezüglich des Falls der ermordeten Polizistin Michele Kiesewetter an mehreren Stellen unter anderem die Rede von unter Verdacht geratenen Zigeunern, die „typischerweise lügen“. Später hätten Psychologen laut einem amtlichen Vermerk über einen Lügendetektortest bei einem Zigeuner festgehalten, der Mann sei „ein typischer Vertreter seiner Ethnie“, was bedeute, daß „die Lüge ein wesentlicher Bestandteil seiner Sozialisation“ darstelle. In einem Schreiben an den baden-württembergischen Innenminister Reinhold Gall (SPD) verlangte nun Rose laut der Nachrichtenagentur AFP, die Verfasser der Aktenvermerke wegen Verleumdung und Beleidigung zur Verantwortung zu ziehen. Es handle sich dabei um „schlimmen Rassismus“.

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