Abstimmung über Genmais-Zulassung: Deutschland will sich im EU-Ministerrat enthalten

6. Februar 2014

Naturbelassener Mais trocknet vor einem Haus in Kärnten
(Foto: Wikimedia/Johann Jaritz, CC BY-SA 3.0)

Berlin. Ein breites Bündnis aus Verbraucher-, Landwirtschafts- und Saatgut-Initiativen kritisiert die angekündigte Stimmenthaltung der Bundesregierung bei der Zulassung des Gentech-Maises 1507 in der EU scharf.

Die Stimmenthaltung bedeute de facto ein Ja zum gentechnisch veränderten Mais „1507“ des US-amerikanischen Herstellers Pioneer, kritisiert das Bündnis. „Nur bei einem Nein Deutschlands gibt es eine Chance auf eine qualifizierte Mehrheit gegen die Zulassung. Mit der Enthaltung bricht die große Koalition ihr Versprechen, die Vorbehalte der Bevölkerung gegenüber der Agro-Gentechnik anzuerkennen“, heißt es in einer Pressemitteilung. SPD und CSU hatten sich in ihren Wahlprogrammen für eine gentechnikfreie Landwirtschaft ausgesprochen.

Die Maissorte „1507“ ist gentechnisch so verändert, daß sie in allen Pflanzenteilen das für Insektenlarven tödliche Bt-Toxin „Cry1F“ produziert. Zudem ist der Mais resistent gegen das Unkrautvernichtungsmittel Glufosinat. Es darf aufgrund seiner schädlichen Wirkungen auf die menschliche Gesundheit ab 2016 nicht mehr verwendet werden. Die endgültige Abstimmung im Ministerrat ist für den 11. Februar 2014 angesetzt. Kommt keine qualifizierte Mehrheit gegen eine Zulassung zustande, setzt die EU-Kommission die von ihr empfohlene Zulassung um.

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