Schottisches Unabhängigkeitsreferendum: „Wir wollen alle, daß ihr bleibt!“

24. Januar 2014

Foto: Wikimedia/The Laird of Oldham, CC BY-SA 2.0)

Edinburgh. Ein Gespenst geht um in Europa: das Gespenst des „Separatismus“. Einige Länder hat es schon erwischt – und es werden mehr.

Wir erinnern uns: 1993 zerfiel der Versailler Kunststaat Tschechoslowakei wieder in seine Bestandteile. Belgien wird seit Jahren nur noch durch die Verfassung und die Krone zusammengehalten und zerfällt ebenfalls. Auch für Spanien tickt die separatistische Zeitbombe vernehmlich. Im September könnte es Großbritannien treffen. Denn auch die Schotten haben offenbar von der jahrhundertelangen Bevormundung durch die Engländer die Schnauze voll. Im September nun soll es eine Volksabstimmung über den Verbleib beim Vereinigten Königreich geben.

Dem britischen Premier David Cameron paßt das gar nicht. Zum Jahreswechsel appellierte er deshalb an die Schotten, bei der Volksabstimmung im kommenden Herbst mit „Nein“ zu stimmen und damit den Verbleib bei Großbritannien zu bestätigen. Cameron betonte, daß es bei dieser Volksabstimmung nicht nur um eine Entscheidung über „die nächsten paar Jahre“ gehe, sondern um eine fundamentale Weichenstellung, die ganz Großbritannien verändern könnte. Cameron forderte deshalb die Engländer, Waliser und Nordiren auf, im Zuge des Wahlkampfes rund um die Volksabstimmung ihre Stimme ebenfalls zu erheben und den Schotten zu signalisieren, „wir wollen alle, daß ihr bleibt!“

Unterdessen trommelt die Schottische Nationalpartei (SNP) für eine erfolgreiche Unabhängigkeitsabstimmung im Herbst. Seit Wochen sind Vertreter der SNP, die seit den letzten Regionalwahlen auch die Regierung in Edinburgh stellt, von Haustür zu Haustür in ganz Schottland unterwegs, um den Bürgern die konkreten Pläne für ein unabhängiges Schottland zu präsentieren.

Dieser Artikel erschien zuerst in „Der Schlesier“.

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