Baden-Württemberg: Über 150.000 Bürger gegen „Gender Mainstreaming“ auf dem Lehrplan

21. Januar 2014

Stuttgart. „Gender Mainstreaming“ ist das große linksalternative Umerziehungsprojekt der Gegenwart. Es ist auf allen politischen Ebenen voll in der Umsetzung begriffen, doch der gesellschaftliche Widerstand gegen die neue Mode-Ideologie kommt nur allmählich in Schwung.

Doch der Reihe nach. „Gender Mainstreaming“ hat das Zeug zu einer echten Geisteskrankheit. Denn während für „normale“ Menschen und überhaupt für den Großteil der Weltbevölkerung das biologische Geschlecht eine eindeutige Sache ist und spätestens zum Zeitpunkt der Geburt für jedermann sichtbar ist, haben die Gender-Ideologen ausgerechnet in diesem Punkt Zweifel: Das menschliche Geschlecht, behaupten sie, ist keine biologische Tatsache, sondern: Jedermann/frau kann sich fühlen, wie er/sie will, und kann sich sein Geschlecht aussuchen.

Die Gender-Ideologen meinen das ernst. Mittlerweile gibt es ganze Propagandaabteilungen in den Kultus- und Bildungsministerien, es gibt Lehrstühle, Förder- und Forschungsprogramme, und längst ist die Gender-Ideologie an Schulen und selbst an Kindergärten tonangebend. Kinder sollen im Zuge dessen vorsätzlich an ihrem Geschlecht irregemacht werden und sich ermuntert fühlen, sich ihr Geschlecht auszusuchen. Jungen werden deshalb nach Kräften für Mädchenspiele, Mädchenberufe und weibliche Lebenswelten interessiert, während Mädchen sich gefälligst für aktivere, männlichere Rollen in ihrem Leben interessieren sollen.

Die Gender-Ideologie ist eine konsequente Fortschreibung des linken Wahns, angeboren und „natürlich“ sei nichts, anerzogen und manipulierbar dagegen alles: auch das Geschlecht. In Baden-Württemberg haben sich die Wähler – an deren Mündigkeit man im nachhinein zweifeln möchte – im Jahr 2011 für eine Regierung aus Grünen und SPD entschieden. Ministerpräsident ist der Grüne Winfried Kretschmann.

Und das sind die Folgen: neuerdings ein Schulplan für die Lehreinrichtungen im Ländle, der den Schwerpunkt auf die „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ legt. Klarer Fall von sexueller Umerziehung. Aber immerhin: Der neue Lehrplan ist vielen Bürgern suspekt, und sie lehnen ihn ab. Bereits über 150.000 Bürger haben mit einer Online-Petition gegen den Bildungsplan für die allgemeinbildenden Schulen protestiert, der ab 2015 in Kraft treten soll. Sie werfen der Landesregierung unter Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann „eine pädagogische, moralische und ideologische Umerziehung“ vor.

Entsprechend dem grün-roten Koalitionsvertrag, der „die Gleichstellung von Schwulen und Lesben voranbringen und in einen landesweiten Aktionsplan für Toleranz und Gleichstellung“ vorsieht, soll ein neuer Lehrplan die Schüler mit verschiedenen Formen des Zusammenlebens von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transsexuellen und dergleichen mehr vertraut machen. Dadurch hofft die grün-rote Kretschmann-Regierung, angeblich bestehende „Diskriminierungen“ dieser Gruppen bekämpfen zu können.

Die Unterstützer der Petition um den Pädagogen Gabriel Stängle werfen der Landesregierung hingegen vor, mit einem inzwischen veröffentlichten Planungspapier unter dem Titel „Verankerung der Leitprinzipien“ über das Ziel der Gleichberechtigung hinausgeschossen zu sein. In der Petition heißt es denn auch, Interessengruppen propagierten „die Thematisierung verschiedener Sexualpraktiken in der Schule als neue Normalität und stehen damit in einem krassen Gegensatz zur bisherigen Gesundheitserziehung“.

Lehrkräfte seien nach dem neuen Schulplan zudem dazu angehalten, als „eine neue Sexualethik“ die Lebensstille verschiedener sexueller Randgruppen „ohne ethische Beurteilung gleich erstrebenswert“ darzustellen „und der Ehe zwischen Mann und Frau  gleichzustellen“. Als Reaktion fordern die Unterstützer „den Erhalt des vertrauensvollen Verhältnisses von Schule und Elternhaus und den sofortigen Stopp einer zu propagierenden neuen Sexualmoral“. In der vorliegenden Form sei der grün-rote Bildungsplan lediglich ein „Aktionsfeld“ von Interessenvertretern und bedürfe einer grundlegenden Überarbeitung.

Wie die evangelische Nachrichtenagentur idea berichtet, haben mehrere christliche Organisationen eine Stellungnahme zum neuen Schulplan angekündigt, darunter die Landeskirchen des Bundeslandes. Der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb, hat zur Unterstützung der Petition aufgerufen. Es wäre der erste bekanntgewordene Fall eines nennenswerten öffentlichen Widerstandes gegen die permanente Gender-Umerziehung.

Dieser Artikel erschien zuerst in „Der Schlesier“.

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