Nur noch „AA+“: Warum „Standard & Poor’s“ die Kreditwürdigkeit der EU herabstuft

8. Januar 2014

Flaggen vor der EU-Kommission in Brüssel (Foto: Wikimedia/Sébastien Bertrand, CC BY 2.0)

Brüssel. Das war keine gute Nachricht so kurz vor Weihnachten: Die amerikanische Ratingagentur „Standard & Poor’s“ hat die Kreditwürdigkeit der Europäischen Union gesenkt und ihr die Bestnote entzogen.

Die Analysten senkten die Bewertung deshalb von AAA auf AA+. Sie begründeten den Schritt mit der schwächeren wirtschaftlichen Verfassung der Staatengemeinschaft. „Wir glauben, daß sich die finanzielle Lage der EU verschlechtert und der Zusammenhalt der Mitgliedstaaten verringert hat“, teilte die Ratingagentur mit. Neben der EU nahm „Standard & Poor’s“ auch Großbritannien ins Visier. Zwar behielt das Land vorläufig die Bestnote AAA, die bewerteten die Analysten allerdings negativ. Sollte sich herausstellen, daß der gegenwärtige Wachstumsschub nicht nachhaltig sei oder die Staatsverschuldung zu stark steige, könnte eine Abstufung erfolgen – eine kaum verhohlene Warnung der Banker-Lobby an die Adresse der europäischen Regierungen. Unterdessen warnte Bundesbank-Chef Jens Weidmann mit Blick auf die Euro-Krise vor zuviel Optimismus. „Vorsicht – die Euro-Krise ist noch längst nicht vorbei“, ließ Weidmann die „Wirtschaftswoche“ wissen. Dabei kritisierte er auch die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank. „Es besteht die Gefahr, daß sich Staat und Private an das billige Geld gewöhnen, Strukturreformen unterlassen, Banken und Unternehmen ohne tragfähiges Geschäftsmodell am Leben erhalten.“

Dieser Artikel erschien zuerst in „Der Schlesier“.

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