Islamistische Terrorserie: Erneut Bombenanschlag mit zahlreichen Toten in Rußland

30. Dezember 2013

Ein Kämpfer im Ersten Tschetschenienkrieg 1994-1996
(Foto: Wikimedia/Mikhail Evstafiev, CC BY-SA 3.0)

Wolgograd. Wenige Wochen vor dem Beginn der Olympischen Winterspiele im südrussischen Sotschi wird Russland von einer islamistischen Terrorwelle erschüttert.

Nachdem bereits am Sonntag im Bahnhof der früher unter dem Namen Stalingrad bekannten Stadt ein Selbstmordattentäter 17 Menschen in den Tod gerissen hatte, explodierte am Montag in einem voll besetzten Bus ein mit Metallstücken gefüllter Sprengsatz. Dabei wurden mindestens 14 Menschen getötet, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet. 41 Menschen wurden verletzt. Zuletzt wurde die etwa 700 Kilometer von Sotschi entfernt gelegene Stadt im Oktober Ziele eines Anschlags.

Die russische Regierung machte islamistische Kämpfer aus dem Nordkaukasus für die Tat verantwortlich. Terroristen wie der Islamistenführer Doku Umarow schickten „unter der Flagge des Jihad“ immer neue Kämpfer in einen „Terrorkrieg“, teilte das Außenministerium in Moskau mit. Bislang hat sich zu den Anschlägen noch niemand bekannt, Islamisten hatten aber bereits vor Monaten mit Anschlägen gedroht, um die Vorbereitungen der Spiele (7. bis 23. Februar 2014) zu stören.

In Teilen der muslimisch dominierten südlichen russischen Teilrepubliken entwickelte sich seit dem Ende des Kaukasuskrieges im Jahr 1864 eine anti-russische Haltung, die zunehmend islamisch grundiert wurde und letztendlich dazu führte, daß seit Jahrzehnten islamistische Kämpfer Anschläge auf russische Einrichtungen, Polizisten und Soldaten verüben. Auch im Syrien-Konflikt sind zahlreiche Islamisten vor allem aus Tschetschenien aktiv.

Islamismus im Nordkaukasus: 2013 über 100 russische Sicherheitskräfte getötet

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