Syrien-Konflikt: 100 von 230 Islamisten aus Deutschland kommen aus NRW

9. Dezember 2013

Ein syrischer T-72-Panzer feuert auf eine Stellung der Rebellen
(Screenshot: YouTube/newsanna)

Düsseldorf. Das nordrhein-westfälische Landesamt für Verfassungsschutz davon aus, daß rund 100 der 230 im Syrien-Konflikt kämpfenden Islamisten aus Nordrhein-Westfalen ausgereist sind.

„Der Bürgerkrieg liefert den Salafisten eine Plattform, um junge Männer für ihre extremistischen Ziele zu begeistern“, sagte Burkhard Freier, Chef des NRW-Verfassungsschutzes, der „Rheinischen Post“. „Wir gehen davon aus, daß sie radikalisiert nach NRW zurückkehren“, sagte Freier. „Als Kämpfer genießen sie hohes Ansehen in salafistischen Kreisen und können maßgeblich zur weiteren Radikalisierung der hiesigen Szene beitragen.“ Freier verwies auf einen bekannten früheren Fall: Auch die Mitglieder der sogenannten Sauerlandgruppe seien nach ihrer Ausbildung im Ausland mit dem Auftrag zurückgekommen, in Deutschland Anschläge zu begehen. „Aus diesen Fällen wissen wir, daß sich die Sicherheitslage durch die Rückkehrer verändert“, so Freier weiter.

Insgesamt kämpfen im Mittelmeerland Syrien rund 100.000 Rebellen gegen die syrische Armee, die Hälfte davon gehört einer kürzlich veröffentlichten britischen Studie zufolge islamistischen Gruppierungen wie der „Jabhat al-Nusra“ oder dem „Islamischen Staat im Irak und Syrien“ (ISIS) an. Aus Deutschland sind rund 230 Islamisten nach Syrien ausgereist. Bislang elf davon sind in den Gefechten von der syrischen Armee oder kurdischen Milizen getötet worden, der bekannteste von ihnen war der ehemalige U18-Fußballnationalspieler Burak Karan. Mehrere, darunter ein Pforzheimer Islamist sowie der Berliner Ex-Rapper „Deso Dogg“ alias Denis Mamadou Cuspert, wurden verwundet.

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