Friedrich: Kriminelle Wirtschaftsflüchtlinge „rausschmeißen“ – Gutmenschen empört

10. Juni 2013

Foto: Wikimedia/Serge Melki, CC BY 2.0

Berlin. Obwohl es sich lediglich um Wahlkampfgetöse handeln dürfte, sind SPD und Teile der deutschen Medien empört über die jüngsten Aussagen von Innenminister Hans-Peter Friedrich.

Friedrich hatte laut einem Bericht der Nachrichtenagentur dpa bei einem Treffen der EU-Innenminister in Luxemburg in Bezug auf Wirtschaftsflüchtlinge aus Bulgarien und Rumänien – zumeist Zigeuner – gesagt, wer in Deutschland illegal tätig sei, egal wie, solle wieder dahin zurück, wo er herkomme. „Wenn die dann irgendwo aufgegriffen werden, dann kann man ohne großes Federlesen sie wieder rausschmeißen.“ Damit soll der Missbrauch der deutschen Sozialsysteme verhindert werden, so Friedrich, der auch ankündigte, die Möglichkeit schaffen zu wollen, Einreisesperren zu verhängen – „damit sie am nächsten Tag nicht wiederkommen können“.

Die Reaktion der Gutmenschen in Politik und Medien ließ nicht lange auf sich warten: Der Oberbürgermeister des vom Zigeuner-Zuzug besonders betroffenen Duisburg, Sören Link (SPD), kritisierte die Aussagen scharf. „Mit Ausweisung und mit markigen Sprüchen à la Friedrich werden wir das Problem nicht los“, sagte Link gegenüber WDR 5. Die „Westdeutsche Zeitung“ warf Friedrich vor, teilweise zu überziehen: „Wenn er etwa formuliert, daß man illegal tätige Ausländer ‚ohne großes Federlesen wieder rausschmeißen‘ müsse, ist das unsensibel“, hieß es in einem Kommentar des Blatts. Auch die „Südwest Presse“ verwarf Friedrichs Vorstoß als „Scharfmacherei“; der Minister müsse sich „eher daran messen lassen, was er zur Integration ausländischer EU-Bürger beiträgt als daran, welche Ressentiments er schürt.“

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