Historiker Niall Ferguson: „Die Linken haben die Macht übernommen“ – „Als Rechter bist du ein potentieller Nazi“

21. März 2019
Historiker Niall Ferguson: „Die Linken haben die Macht übernommen“ – „Als Rechter bist du ein potentieller Nazi“
International
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Zürich. Der britische Historiker und Buchautor Niall Ferguson hat jetzt in einem Interview der „Neuen Zürcher Zeitung“ (NZZ) gründlich mit der herrschenden political correctness und dem im Westen tonangebenden linksliberalen Zeitgeist abgerechnet. Denn, so Ferguson: die selbsternannten „Toleranten“ sind in Wahrheit gar nicht so tolerant.

Mit Blick auf die Atmosphäre nicht nur an den Hochschulen sagt Ferguson: „Ich muß es so direkt wie simpel sagen: Die Linken haben die Macht übernommen. Und sie, die sich in der Theorie für die Inklusion starkmachen, haben in der Praxis alle Andersdenkenden konsequent exkludiert.“ In der Praxis bedeutet das: „Wer gegen die politisch korrekte Orthodoxie ist, ist ein Rassist. Und wer einen Rassisten unterstützt bzw. sich nicht deutlich von ihm abgrenzt, ist selber ein Rassist. Es braucht einigen Mut, um sich mit der eigenen Reputation gegen diese Logik der Verleumdung zu stellen.“

Die vordem herrschende Vielfalt an Meinungen und Standpunkten gehöre inzwischen der Vergangenheit an – tonangebend sei nur noch ein linksliberaler Mainstream. „Heute herrscht ein Regime, das sich von einer solchen offenen akademischen Gesellschaft nicht stärker unterscheiden könnte. In diesem Regime sind Professorinnen von Gendergeschichte gefragt, ein neuer Professor für – sagen wir – Militärgeschichte ist im Gegenzug undenkbar geworden“, kritisiert Ferguson, der Senior Fellow am Zentrum für europäische Studien in Harvard ist und gegenwärtig als Milbank Family Senior Fellow an der Hoover Institution in Stanford, Kalifornien, forscht.

Mit dem akademischen Geistesklima geht der renommierte Historiker hart ins Gericht. Es gebe im wesentlichen nur noch „einen gemeinsamen Nenner: Es galt und gilt, den Kanon der toten weißen Männer zu dekonstruieren.“

Überhaupt sieht Ferguson die herrschende Geschichts-Politik als zentrales Herrschaftsmittel der Linken. Dreh- und Angelpunkt ist dabei die Wahrnehmung Hitlers und Stalins. Denn: „Stalinismus und Nationalsozialismus lassen sich nicht vergleichen. Zweitens: Stalinismus – oder Maoismus – ist weniger schlimm als der Nationalsozialismus. Drittens: Der Konservativismus ist die Vorstufe des Nationalsozialismus (…). Wer also als Rechter auf die schiefe Bahn gerät, endet zuletzt als Nazi. (…) Als Rechter bist du ein potentieller Nazi. Sozialisten und Kommunisten hingegen sind moralisch einwandfreie Sozialdemokraten, die auf ihrem Weg zur Beglückung der Menschheit bloß ein paar folgenschwere Fehler begangen haben“, resümiert Ferguson.

Sich selbst sieht der schottische Historiker (Jg. 1964) als „klassischen Liberalen“. Auf eine baldige Normalisierung des geistigen Lebens hofft er ausweislich des Interviews in der NZZ nicht. (mü)

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2 Comments

  1. Deutsche Beobachtungsstelle schreibt:

    D’accord! Wie Recht Ferguson doch hat! Es tut echt weh, diese dekadenten Zustände des Westens zu konstatieren!

    Ja, unser Vaterland ist wirklich in Not! Die antideutschen Volksverräter sorgen dafür, dass hier alles in Verwesung übergeht.
    Ewiggestrige, rot-grün-lackierte Faschisten werden doch tatsächlich immer wieder in selbstzerstörerischer Weise vom indoktrinierten Volk gewählt. Einfach nicht zu fassen! Und WIR fühlen uns fremd im eigenen Land!

    Es herrscht geistiger Winter in Deutschland und Europa! Eine geistige Rettung ist nur noch durch ein Wunder möglich! Oder durch ein geheimes Deutschland?

    Pro patria! PPP (Poesie, Patriotismus, Preußen)

  2. MarcoM schreibt:

    „Die Linken haben die Macht übernommen.“ ~~~ Ganz genau sind es die systembejahenden Linken, die Linken, die die arbeitende Schicht verachten, die, die sich in urbanen, kosmopolitischen Milieus und universitären Blasen und „safe spaces“ eingerichtet haben, um von dort mit moralischen Keulen und auch micht physischer Gewalt ihren Minderheitendiskurs und ihre Vorstellung von Identitätspolitik der normalen Bevölkerung aufzuzwingen versuchen. Unterstützt vom politischen Establishment, und damit auch vom großen Geld (Soros!). Dennn diese Linken und der liberal-kapitalistische Globalismus marschieren Seit an Seit gegen Nationalstaat, gegen ethnisch-kulturelle Identität, gegen die Geschlechter, gegen die traditionelle Familie.

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