Österreich klinkt sich in die „neue Seidenstraße“ ein: Russische Breitspurbahn soll bis nach Wien verlängert werden

21. Februar 2018
Österreich klinkt sich in die „neue Seidenstraße“ ein: Russische Breitspurbahn soll bis nach Wien verlängert werden
International
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Wien/Moskau. Im Schatten der EU-Sanktionen gegen Rußland setzt die neue österreichische Regierung eigene Akzente und beweist damit Weitblick. Jetzt verhandelt FPÖ-Verkehrsminister Hofer mit seinem russischen Amtskollegen Sokolow über ein spektakuläre Bahn-Breitspur-Projekt. Dies würde Österreich an die Transsibirische Eisenbahn bis nach China anbinden und der Alpenrepublik Zugang zur „neuen Seidenstraße“ verschaffen, die vor allem von China vorangetrieben wird.

Hofers Verhandlungen mit Sokolow sind nicht zuletzt ein politisches Signal der Annäherung an Moskau im Schatten der EU-Sanktionspolitik, die in Österreich schon seit Jahren äußerst kritisch betrachtet wird.

Konkret geht es um seit Jahren in der Schublade liegende Pläne zur Verlängerung der transsibirischen Breitspurstrecke aus der Ostslowakei bis in den Raum Wien. Das Vorhaben sieht einen Container-Bahnhof für Transporte von Asien nach Europa vor, möglicherweise in Parndorf oder bei Kittsee im Burgenland.

Nun werden im österreichischen Verkehrsministerium die nächsten Schritte geplant: Berechnungen und die Wahl eines geeigneten Geschäfts- und Finanzmodells für das 6,5-Milliarden-Euro-Projekt. Danach sollen Konsultationen mit den Partnerländern, die Abstimmung mit der EU-Kommission und für die behördlichen Grundsatzgenehmigungen folgen. (mü)

 

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2 Comments

  1. William McLean schreibt:

    Diese Bahn wäre sehr gut für Ôsterreich und damit Europa. Zusammenarbeit lohnt sich für alle.

  2. Bernd Sydow schreibt:

    Zu Zeiten des Kalten Krieges war Wien als Hauptstadt des neutralen Österreichs ein besonderer Tummelplatz für westliche und östliche Geheimdienste. Obwohl Wien systemisch und (geo)politisch zum ‚Westen‘ gehört(e), bewegten sich dort sowjetrussische Agenten und Spione quasi wie Fische im Wasser.

    Diese Zeiten sind vorbei. Heute kann – angesichts der politischen Ausrichtung der konservativen ÖVP/FPÖ-Regierung – Österreich durchaus als fairer Partner der Russischen Föderation angesehen werden – ganz bestimmt zum Ärger der Transatlantiker und Eurokraten.

    Was liegt da näher, auch verkehrspolitisch zusammenzurücken? Beide, Österreich und die Russische Föderation, werden auf jeden Fall von dieser Trassenverlängerung der Transsibirischen Eisenbahn nach Wien profitieren, und die politisch desorientierte EU-Nomenklatura wird das Nachsehen haben!

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