London. Beim „Pride“-Empfang in der Downing Street hat der britische Premierminister Keir Starmer das Unterhaus als weltweit führend beim Anteil offen homosexueller und anderer „LGBT“-Abgeordneter gepriesen. Starmer, der zuletzt seinen Rücktritt für September angekündigt hatte, erklärte vor den Gästen: „Ich bin wirklich stolz darauf, daß wir das schwulste Parlament haben – ich glaube, das schwulste aller Zeiten und weltweit. Ich glaube nicht, daß es irgendein Parlament gibt, das schwuler ist als dieses.“
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Starmer bezog sich damit auf die Zusammensetzung des Unterhauses. Dort gehören derzeit mindestens 75 Abgeordnete offen der „LGBT“-Community an. Allein 60 von ihnen sitzen für die regierende Labour-Partei im Parlament. Nach Einschätzung vieler Beobachter nimmt das britische Unterhaus damit international tatsächlich eine Spitzenstellung ein.
In seiner Ansprache verwies der scheidende Premier zugleich auf die Bilanz seiner Regierung bei der Förderung von Rechten für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transpersonen. Er bekräftigte, die Regierung werde diesen Kurs fortsetzen, und nannte mehrere Vorhaben und bereits eingeleitete Maßnahmen. Dazu zählen der Entwurf eines Verbots sogenannter Konversionstherapien, der HIV Action Plan, noch schärfere Bestimmungen gegen angebliche „Haßkriminalität“, Anerkennung und Entschädigung für „LGBT“-Veteranen sowie Programme zur internationalen Förderung von „LGBT“-Anliegen.
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Starmers Selbstlob knüpft an eine frühere Einschätzung des Sprechers des Unterhauses, Lindsay Hoyle, an. Dieser hatte bereits 2025 erklärt, er sei stolz darauf, einem Parlament vorzustehen, das „eines der schwulsten der Welt“ sei. Tatsächlich verfügt kaum ein anderes nationales Parlament über einen ähnlich hohen Anteil offen homosexueller oder „queerer“ Abgeordneter. Zum Vergleich: im Deutschen Bundestag leben nach derzeitigen Angaben 19 Parlamentarier offen als schwul, lesbisch, bisexuell oder trans. (mü)
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