Berlin. Um den Wirtschaftsstandort Deutschland steht es nicht gut. Das hat viele Gründe, und die meisten sind hausgemacht – wie der immerzu steigende Klima-Ablaß und die ausufernde Bürokratie. Eine aktuelle McKinsey-Studie bestätigt das jetzt und prognostiziert der vormaligen Wirtschaftslokomotive nichts Gutes. Ein Befund sticht besonders hervor: Deutschland investiert netto so gut wie nichts mehr. Während China jährlich 5,9 Billionen Dollar in neue und bessere Produktionsanlagen pumpt und die EU-Staaten zusammen auf 3,1 Billionen Dollar kommen, steht die Bundesrepublik bei den Nettoinvestitionen bei null. Bezogen auf die Wirtschaftsleistung investiert Peking 23 Prozent seines BIP, die USA vier, die EU zwei – und Deutschland exakt 0,0 Prozent.
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Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Nettoinvestitionen von Null bedeuten zwar rechnerisch die bloße Erhaltung des Kapitalstocks, ignorieren aber Preissteigerungen, etwa im Baugewerbe. Echte Modernisierung, wie einst die Einführung des Fließbandes oder der Industrieroboter, verlangt stets Investitionen, die die Abschreibungen weit hinter sich lassen.
Als Hauptbremsklotz macht McKinsey die hohen Lohnkosten aus: „Den wohl größten Einfluß haben die Arbeitskosten, wenn sie nicht durch eine höhere Arbeitsproduktivität ausgeglichen werden.“ In der deutschen Autoindustrie lägen die Gehälter doppelt so hoch wie in Fernost. Doch der Vergleich hinkt: die Produktivität hängt unmittelbar von innovativen Investitionen ab – wer nicht in neue Technik investiert, tritt auf der Stelle. Zudem relativiert sich der Lohnvorsprung, sobald man die explodierenden Immobilienpreise in Deutschland mit einrechnet.
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Auch hohe Energiekosten, schleppende Entwicklungszeiten und überbordende Bürokratie werden genannt. Alles zusammen hat Folgen. McKinsey: „In Deutschland sind über den gesamten Produktionszyklus hinweg die Kosten für neue Investitionsvorhaben je nach Branche um 40 bis 250 Prozent höher als am jeweils wettbewerbsfähigsten Standort.“ Die Botschaft ist klar: wer heute nicht investiert, verspielt morgen jede Chance im globalen Rennen. Da wird es der deutschen Wirtschaft bald nicht anders gehen als der Nationalelf – sie wird schlicht und einfach abgehängt. (rk)
Bildquelle: Pixabay/gemeinfrei
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