Berlin. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) kommt mit seiner Rüstungspolitik einfach nicht aus den Schlagzeilen. Immer wieder stolpert sein Ressort über teure Pannen oder peinliche Beschaffungspleiten – und die angestrebte „Kriegstüchtigkeit“ der Bundeswehr bleibt in weiter Ferne.
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Jetzt zieht der Minister offenbar die Reißleine beim größten Marine-Rüstungsvorhaben in der Geschichte der Bundeswehr. Wie der „Spiegel“ berichtet, soll das von Pannen geplagte F126-Fregattenprojekt nicht fortgesetzt werden. Die Bestellung des hochmodernen, aber extrem teuren Schiffes geht noch auf Skandalministerin Ursula von der Leyen zurück; seit Juni 2020 sind bereits über zwei Milliarden Euro geflossen. Der Haushaltsausschuß bewilligte zuletzt neue Tranchen, um Subunternehmer zu bezahlen.
Ursprünglich war der niederländische Konzern Dahmen als Bauherr vorgesehen, doch früh kam es zu Verzögerungen. Die IG Metall forderte im Oktober 2025 einen „nationalen Champion“: „Schiffe für die deutsche Marine müssen federführend von deutschen Unternehmen gebaut werden. Dieses Wissen muß im Land bleiben“, forderte Bezirksleiter Daniel Friedrich. Pistorius wechselte daraufhin zum deutschen Werftverbund Lürssen, der inzwischen von Rheinmetall übernommen wurde – ohne Erfolg.
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Rheinmetall bot im Mai eine Rettung des Projekts für 12,8 Milliarden Euro an. 2020 waren 5,27 Milliarden für vier Schiffe veranschlagt, 2024 erhöhte Pistorius auf sechs, zuletzt standen zehn Milliarden Euro im Raum. Der Minister favorisiert nun acht Fregatten des Typs Meko-200 von TKMS. Die 166 Meter langen F126-Schiffe sollten „die größten Kampfschiffe“ der Marine werden; die Meko-200 sind mit etwa 120 Metern deutlich kleiner. Sie sollen auch „nur“ 1,6 Milliarden Euro pro Schiff kosten. (he)
Bild von SimoneVomFeld auf Pixabay
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