Magdeburg/Schwerin. Sahra Wagenknecht ist immer wieder für Überraschungen geht. Jetzt hat ihre Partei erneut die Altparteien-„Brandmauer“ gegen die AfD kritisiert – und wartet mit einem ebenso ungewohnten wie konstruktiven Vorschlag auf. In einem Schreiben an AfD-Chefin Alice Weidel und ihren Ko-Parteivorsitzenden Tino Chrupalla lädt das BSW zu zwei öffentlichen Streitgesprächen ein – eines in Magdeburg, eines in Schwerin. Die Öffentlichkeit solle Zeuge einer „kontroversen Debatte auf einem großen Marktplatz im Osten der Republik“ werden, so das Bündnis in dem Brief.
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Als Begründung für den ungewöhnlichen Vorstoß heißt es, beide Parteien würden „aus unterschiedlichen Gründen vom Mainstream bekämpft“. BSW-Chefin Sahra Wagenknecht selbst nutzt die Gelegenheit zugleich für einen Rundumschlag gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Dieser sei „zu einem propagandistischen Staatsfunk nach dem Vorbild des DDR-Fernsehens verkommen“, erklärt die BSW-Gründerin. Die AfD komme dort nur selten vor, das BSW nahezu überhaupt nicht mehr.
Unterzeichnet ist das Schreiben von den beiden BSW-Vorsitzenden Fabio De Masi und Amira Mohamed Ali. In ihm wiederholt die Partei zugleich ihre Forderung nach „überparteilichen Ministerpräsidenten“ in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Diese sollten „mit wechselnden Mehrheiten regieren unter Einbindung der AfD“. Eine Regierungsbeteiligung der AfD schließe man damit zwar aus, räumt das BSW ein. Doch Mehrheiten im Landtag wolle man künftig auch mit Stimmen der AfD organisieren – ein Modell, das alle etablierten Parteien bislang strikt ablehnen.
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Am 6. September wird in Sachsen-Anhalt gewählt, am 20. September in Mecklenburg-Vorpommern. Aktuelle Umfragen sehen das BSW in Schwerin auf dem Sprung ins Parlament, in Magdeburg dagegen bislang klar unterhalb der Fünfprozenthürde. Die AfD hingegen kann sich in beiden Ländern große Chancen ausrechnen – in Sachsen-Anhalt liegt sie nach jüngsten Umfragen bei über 41 Prozent, in Mecklenburg-Vorpommern bei 35 Prozent. (rk)
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