Klatsche für die Bundeswehr: 300.000 Fragebögen, aber nur 530 Freiwillige

30. Juni 2026
Klatsche für die Bundeswehr: 300.000 Fragebögen, aber nur 530 Freiwillige
National
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Foto: Symbolbild

Berlin. Fünf Monate nach Einführung der neuen Wehrerfassung hat die Bundesregierung insgesamt 298.200 Fragebögen an junge Männer und Frauen verschickt. Von den angeschriebenen 153.000 Männern, die zur Antwort verpflichtet waren, kamen 96 Prozent der Aufforderung nach. Bei den Frauen, für die keine Pflicht besteht, lag die Rückmeldequote bei lediglich vier Prozent. Das Ergebnis der postalischen Rekrutierungsaktion ist dürftig: nur gut 530 Freiwillige konnten für den Wehrdienst gewonnen werden, wie aus einer Auswertung des Verteidigungsministeriums hervorgeht.

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Auf der Basis der Rückmeldungen führte die Bundeswehr bislang 1.500 Musterungen durch, weitere 600 Termine sind geplant. Mehr als jeder fünfte junge Mann äußerte grundsätzlich Interesse am Wehrdienst, viele Interessenten sind jedoch wegen Schule oder Ausbildung erst in ein oder zwei Jahren verfügbar.

Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Thomas Röwekamp (CDU), hält angesichts der bescheidenen Ergebnisse eine Rückkehr zur Zwangs-Wehrpflicht weiterhin für möglich. „Die bisher vorliegenden Rückmeldungen aus dem Fragebogen zum neuen Wehrdienst enthalten Licht und Schatten“, sagte er dem RND. Erfreut zeigte er sich über die hohe Beteiligung der Männer, enttäuscht über die geringe Quote bei den Frauen. Röwekamp hält es für ratsam, einen vollständigen Jahrgang abzuwarten: „Denn entscheidend für unsere militärischen Fähigkeiten ist am Ende nicht die abstrakte Bereitschaft, sondern die konkrete Zahl von Soldatinnen und Soldaten in der Bundeswehr.“ Die Truppe benötige 50 Prozent mehr Zeit- und Berufssoldaten sowie mehr als dreimal so viele Rekruten. „Ob dies mit der bisherigen Freiwilligkeit gelingen kann oder wir zur Wehrpflicht zurückkehren müssen, werden wir im nächsten Jahr zu entscheiden haben.“

Das neue Wehrdienstgesetz zielt darauf ab, die Personalstärke von derzeit gut 184.000 Soldaten auf 255.000 bis 270.000 bis zum Jahr 2035 zu steigern. Sollten die vorgegebenen Zielkorridore nicht erreicht werden, droht die Einführung einer Bedarfswehrpflicht. (rk)

Bild: Pixabay/gemeinfrei

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