„Österreich ist frei“: FPÖ macht Remigration zum Sommerthema

27. Juni 2026
„Österreich ist frei“: FPÖ macht Remigration zum Sommerthema
National
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Foto: Symbolbild

Wien. Mit einem echten Ohrwurm, einem plüschigen Flugzeug und einer klaren Ansage sorgen die österreichischen Freiheitlichen, die dieser Tage erst ihr 70jähriges Jubiläum feierten, für Schlagzeilen weit über die Alpenrepublik hinaus. Der am 13. Juni auf YouTube veröffentlichte Clip „Airbert One – Der Remigrationssong“ zeigt eine fiktive Abflughalle, Reisende mit Koffern und auf der Anzeigetafel Ziele wie Kabul, Bagdad und Damaskus. FPÖ-Chef Herbert Kickl tritt auf, Menschen vor österreichischen Landschaften winken dem Flieger nach. Der Refrain: „Remigration – tschüß, tschüß, tschüß. Österreich ist frei.“

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Die veröffentlichte Meinung schäumt. Der „Standard“ halluziniert „Deportation als Sommerhit“, die „Salzburger Nachrichten“ wittern „Platz eins in den Charts der Geschmacklosigkeit“. Die ÖVP spricht von „KI-Propaganda“.

Kickl hatte das Remigrations-Thema in jüngster Zeit schon mehrfach plakativ in Szene gesetzt, etwa am 1. Mai, als er ankündigte, der Flieger werde „hervorragend gebucht sein“. Nun kann man die „Airbert One“ als Plüschflieger und Schlüsselanhänger sogar bestellen; beim Wiener Volksfest zum Parteijubiläum wurden die Stoffexemplare verteilt.

Daß sich die FPÖ die Remigrations-Forderung, die gerade in Österreich eng mit dem Identitären-Vordenker Martin Sellner verbunden ist, derart demonstrativ zueigen macht, ist bezeichnend – die Freiheitlichen schwimmen auf einer beispiellosen Erfolgswelle, die viel mit klaren Botschaften und nichts mit der hierzulande noch vielfach üblichen Distanzeritis zu tun hat.

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Zu Recht verweist die Partei auf niedrige Geburtenraten, hohe Zuwanderung und eine Überrepräsentation ausländischer Tatverdächtiger in der Kriminalstatistik (teils 47 bis 48 Prozent). Parallelgesellschaften und kulturelle Spannungen werden als Argumente angeführt. Nationalratspräsident Walter Rosenkranz bestritt kürzlich „extremistische Konnotationen“ und bezeichnete Remigration schlicht als Übersetzung von Rückwanderung.

Mit dem eingängigen Sommerhit und einem genialen Merchandising setzt die FPÖ bewußt auf emotionale, visuell starke Kommunikation. Das Video erzielte hohe Klickzahlen, die Kommentare sind zum weit überwiegenden Teil zustimmend. Die Partei holt das Thema aus der Defensive und stellt es als selbstverständliche Antwort auf reale Probleme dar – ein Konzept, das auch außerhalb der Alpenrepublik zur Nachahmung einlädt. (rk)

Bild: FPÖ

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