Moskau/Brüssel. Stanislav Krapivnik, Jahrgang 1972, war Offizier der US-Streitkräfte, Logistikexperte und militärpolitischer Analyst. Derzeit lebt er in Moskau, ist aber nach wie vor Inhaber der amerikanischen Staatsbürgerschaft. In einem aktuellen Substack-Beitrag übt scharfe Kritik am außen- und sicherheitspolitischen Kurs Deutschlands und der Europäischen Union. Nach seiner Einschätzung unterschätzten führende Politiker in Europa die Risiken einer direkten Konfrontation mit Rußland. Über Deutschland sagt er: „Sie haben zwei Weltkriege begonnen. Beide verloren. Und jetzt wollen sie in den Krieg gegen Rußland ziehen, das Deutschland in einem Krieg vollständig zerstören würde. Das ist unverständlich. Die deutschen Führer sind verrückt geworden. Sie lernen nicht aus der Geschichte.“
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In seinem Substack-Text erklärt Krapivnik, ein unmittelbarer militärischer Zusammenstoß zwischen den USA und Rußland sei wegen des nuklearen Gleichgewichts ausgeschlossen. „Die USA werden niemals direkt gegen Rußland in den Krieg ziehen, genau wie Rußland niemals direkt gegen die USA ziehen wird“, schreibt er. Umso unverständlicher sei für ihn der Kurs der Europäischen Union.
Besonders kritisch beurteilt der ehemalige Militär die Lieferung weitreichender Waffensysteme an die Ukraine durch die Europäer. Er fragt: „Sind sie völlig verrückt geworden? Wie kann man das Territorium eines Landes angreifen, das fast siebentausend Atomsprengköpfe hat und ganz Europa in fünfzehn Minuten zu kosmischem Staub machen könnte?“ Zur Veranschaulichung zieht er einen Vergleich mit Mexiko. Würde die EU nach einer US-Invasion Raketen liefern, die Washington erreichen könnten, würden die Vereinigten Staaten nach seiner Überzeugung Mexiko vernichten.
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Krapivnik warnt ferner davor, die Geduld Moskaus zu überschätzen. Im Kriegsfall, so seine Prognose, würde Rußland Europas Infrastruktur zerstören, ohne Bodentruppen einzusetzen. Ein nuklearer Schlag Frankreichs oder Großbritanniens gegen Rußland hätte nach seiner Einschätzung die vollständige Vernichtung Europas zur Folge.
Ebenso scharf greift er die politische Führung der Europäischen Union an und wirft ihr Inkompetenz vor. Die Unterstützung für Kiew bezeichnet er als „puren Wahnsinn“. Auch die ukrainische Regierung bewertet er äußerst negativ und behauptet, Präsident Selenskyj sei „kein Demokrat. Er ist ein Diktator“. Seine Prognose für die EU klingt apokalyptisch: „Europa hat beschlossen zu sterben.“ (mü)
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