London. Großbritannien ist derzeit neben Deutschland der unbestrittene „hot spot“ von Zensur und Meinungsgängelung in Europa. Jetzt hat eine britische Krankenschwester ihre Zulassung verloren, weil sie auf ihrem privaten Facebook-Profil mehrfach scharfe Kritik an der illegalen Einwanderung geäußert hatte. Der Berufsverband der Krankenschwestern und Hebammen (NMC) strich Tracy Ellis kurzerhand aus seinem Register. Ein Disziplinargremium gelangte nach dreitägiger Anhörung zu dem Schluß, ihre Beiträge könnten „ein einschüchterndes Umfeld für Kollegen mit ethnischem Minderheitenhintergrund schaffen“ und stellten „beleidigende Äußerungen“ über ethnische Minderheiten dar.
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Zu den beanstandeten Äußerungen gehörte etwa die Forderung: „Die Regierung muß endlich etwas unternehmen und diese Albaner zurückschicken. Das ist mehr als lächerlich, es wird Zeit, daß sie endlich ihren eigenen Obdachlosen helfen.“ Ellis bezog sich damit auf die jahrelange Debatte über albanische Schleuser- und Drogennetzwerke im Zusammenhang mit der Migration über den Ärmelkanal. Das NMC wertete den Kommentar dennoch als gegen eine ethnische Minderheit gerichtet.
Als besonders verwerflich betrachteten Ellis´ Zensoren auch ihre Äußerungen zum Messerangriff von Southport im Juli 2024. Damals hatte der 17jährige ruandischstämmige Axel Rudakubana drei Mädchen getötet und zahlreiche weitere Menschen verletzt. Ellis schrieb: „Schockierende Nachrichten über die Messerattacken in Southport: Ein armes kleines Mädchen ist gestorben. Verantwortlich dafür ist ein illegaler Einwanderer – dieses Stück Scheiße kam in einem verdammten Schlauchboot hierher und stand auf der Beobachtungsliste des MI6. Was ist nur aus unserem Land geworden? Und mit dieser Bande an der Macht wird es nur noch schlimmer.“ Als ein anderer Nutzer beklagte, illegale Einwanderer hätten „mehr Rechte als wir“, antwortete Ellis: „Ich weiß, das kotzt mich an.“
Nach Auffassung des Gremiums gingen Wortwahl und Tonfall weit über eine politische Debatte hinaus. Ihre Zensoren unterstellten ihr „diskriminierend, rassistisch beleidigend und im Ton aggressiv“ formulierte Beiträge, die gegen die Grundwerte des Pflegeberufs verstießen und als „Anstiftung zu Haß und Diskriminierung im digitalen Raum“ zu werten seien. Ellis habe über längere Zeit kaum Einsicht gezeigt.
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Einer Anhörung zu ihrem Fall blieb die Krankenschwester fern. Schriftlich erklärte sie, sie könne „ihre Ansichten zur illegalen Einwanderung nicht ändern“, trage diese aber „nicht in die Arbeit“ hinein. Sie habe „Gefangene, Abschaum, Vergewaltiger und Pädophile behandelt und sie alle gleich behandelt“. Zugleich räumte sie ein: „Ich schäme mich für mein Online-Verhalten und bin darüber sehr bestürzt. Es war unprofessionell und unangemessen.“ Das änderte nichts an ihrer Streichung aus dem Berufsregister.
Der Fall erinnert an die Krankenschwester Jennifer Melle. Gegen sie war ebenfalls der NMC vorgegangen, nachdem sie sich geweigert hatte, einen verurteilten Sexualstraftäter mit weiblichen Pronomen anzusprechen. Nach einer Einigung durfte sie im April 2026 in ihren Beruf zurückkehren. (mü)
Bild von Oskar Młodziński auf Pixabay/gemeinfrei
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