Theologieprofessor kritisiert Linkskurs der EKD: „Wie Texte vom DGB oder der SPD“

16. Juni 2026
Theologieprofessor kritisiert Linkskurs der EKD: „Wie Texte vom DGB oder der SPD“
Kultur & Gesellschaft
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Foto: Symbolbild

Nürnberg. Der Nürnberger Theologieprofessor Ralf Frisch hat sich einen klaren Kopf bewahrt und gilt als einer der prominentesten Kritiker am Linkskurs der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Jetzt hat sich die Evangelische Hochschule Nürnberg (EVHN), deren Träger die bayerische Landeskirche ist, öffentlich von ihrem eigenen Professor distanziert. Auslöser waren unter anderem Frischs Buch „Mehr Opium fürs Volk“, ein Interview mit dem Evangelischen Pressedienst sowie frühere Veröffentlichungen.

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Bereits zur Hochphase der Klimaproteste hatte sich Frisch einen Autoaufkleber mit der Aufschrift „Fuck you, Greta“ zueigen gemacht – und hatte damit viele Zeitgeist-Christen in der evangelischen Kirche vor den Kopf gestoßen. Und in einem Beitrag für das Portal „Zeitzeichen“ schrieb er, Kirche und Gesellschaft befänden sich „im Zustand einer freudigen, unheilserwartungsschwangeren Verblendung“, die „nicht unproblematische religiöse Züge“ trage.

Auch in einem Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst kritisierte Frisch die politische Ausrichtung des deutschen Protestantismus. „In den Verlautbarungen des Protestantismus habe ich oft das Gefühl, ich lese Texte vom Deutschen Gewerkschaftsbund DGB, der SPD oder den Grünen.“ Er fordere keine konservativere Kirche, sondern eine stärkere Konzentration auf ihren religiösen Auftrag statt auf ein „politisches Narrativ“. Zugleich beklagte er: „Es ist eine erfolgreiche Strategie, alles, was nicht einer bestimmten politischen Überzeugung entspricht, sofort als ‚rechts‘ zu etikettieren.“ Die AfD würde er zwar nicht wählen, dennoch dürften Sorgen über den Verlust christlicher Traditionen und gesellschaftlichen Zusammenhalts nicht gleich als „rechte Kampfbegriffe“ abgetan werden. Seine Kritik gehöre schlicht zu seinem „Job“.

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Hochschulpräsident Thomas Popp will davon nichts wissen und legt Wert auf Gleichschaltung. „Ralf Frischs theologische Position ist keineswegs repräsentativ für die an der EVHN gelehrte Theologie“, erklärte er. Die Hochschule stehe „für Diversität“ und werfe Frisch „pauschalierende Diffamierungen“ vor. Ziel sei es vielmehr, „durch kreative Korrelationen zu einer menschenfreundlichen Kirche und Gesellschaft beizutragen“.

Der Fall löste in der theologischen Fachwelt eine Debatte aus. Der Bochumer Professor Günter Thomas erklärte der „Welt“ gegenüber: „Die Brisanz der Stellungnahme der Evangelischen Hochschule Nürnberg besteht darin, daß eine kirchliche Hochschule sich von einem ihrer Professoren distanziert, weil er von Gott redet.“

Frisch selbst hat mittlerweile den Eindruck, als „theologisch Andersdenkender im Namen der Diversität politisch diskreditiert“ zu werden – was seine Vorbehalte gegenüber der linksgewendeten Evangelischen Kirche bestätigen würde. (rk)

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

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