Brüssel/Kiew. Schon seit dem ersten Kriegsjahr in der Ukraine, 2022, warnen Sicherheitsexperten vor einem explosiven Nebeneffekt der ausufernden westlichen Waffenlieferungen an die Ukrainer: viele der gelieferten Waffen gelangen nie an die Front, sondern versickern auf den Schwarzmärkten – und gelangen auf Umwegen zurück in den Westen. Diese Entwicklung war schon im Gefolge der Balkankriege der neunziger Jahre zu beobachten: die Sturmgewehre der Attentäter von Paris 2015 stammten aus Beständen der ehemaligen jugoslawischen Armee. Nun wächst die Sorge, daß sich dieser Vorgang in der Ukraine in weit größerem Maßstab wiederholen könnte.
Abonniere jetzt:
>> Die starke Stimme für deutsche Interessen <<
Aktuelle Zahlen des Friedensforschungsinstituts SIPRI verdeutlichen die Dimension der Bedrohung. Seit 2022 ist die Ukraine zum größten Waffenimporteur der Welt geworden. Gegenüber den beiden vorherigen Fünfjahreszeiträumen stiegen die Einfuhren um das Hundertfache. Zwischen 2020 und 2024 entfielen 8,8 Prozent aller weltweiten Lieferungen schwerer Waffen auf die Ukraine, im Zeitraum 2021 bis 2025 bereits 9,7 Prozent.
Allein die USA lieferten militärisches Material im Wert von rund 18 Milliarden Dollar. Hinzu kamen Waffen aus zahlreichen europäischen Staaten. Gleichzeitig gehen Schätzungen von einer bis fünf Millionen illegal zirkulierenden Schußwaffen in der Ukraine aus. Der Schwarzmarkt wächst bereits seit Beginn des Donbass-Krieges im Jahr 2014.
Hinweise auf eine mögliche Ausbreitung der Waffen tauchen inzwischen auch in Westeuropa auf. Spanische Ermittler fanden bei Einsätzen gegen Drogenbanden moderne Kriegswaffen. Bei Marbella gerieten Polizisten unter Beschuß mit AK-47-Gewehren. Ein Beamter klagte: „Als normale Polizei können wir uns gegen diese Art von Kriegswaffen nicht wehren, wir haben nur einfache Handfeuerwaffen.“ Bei Cádiz wurde zudem NATO-Munition entdeckt, die nach Einschätzung der Ermittler aus dem Ukrainekrieg stammen könnte.
Abonniere jetzt:
>> Die starke Stimme für deutsche Interessen <<
Warnungen kommen schon seit Jahren von Europol, Interpol, der EU-Grenzschutzagentur Frontex, nationalen Geheimdiensten und Polizeigewerkschaften. Europol sprach bereits 2022 von Plänen krimineller Netzwerke, „erheblicher Mengen“ militärischer Waffen aus der Ukraine zu schmuggeln. Der finnische Ermittler Christen Ahlgren verwies auf internationale Rockergruppen und erklärte: „Wir wissen, daß die Kontakte und Routen aufgewärmt werden.“ Mit den Folgen werde man „noch Jahrzehnte zu tun haben“.
Bislang existieren keine Beweise für einen massenhaften Abfluß westlicher Waffen in europäische Verbrechernetzwerke. Sicherheitsexperten verweisen jedoch darauf, daß die eigentliche Gefahr oft erst nach Kriegsende entsteht. Hinzu kommt ein weiterer Faktor: die Weitergabe militärischen Wissens. Moderne Drohnentechnik, elektronische Kampfführung und neue Gefechtstaktiken werden in der Ukraine unter realen Bedingungen erprobt. Gelangen diese Fähigkeiten in die Hände extremistischer Gruppen im Westen, zu denen auch islamistische Milieus zählen, könnte Europa, das ohnehin vor gravierenden Herausforderungen steht, bald ein echtes Problem haben. (mü)
Bild: Pixabay/gemeinfrei
Fordern Sie hier ein kostenloses Leseexemplar des Deutschen Nachrichtenmagazins ZUERST! an oder abonnieren Sie hier noch heute die Stimme für deutsche Interessen!
Folgen Sie ZUERST! auch auf Telegram: https://t.me/s/deutschesnachrichtenmagazin