Wettlauf um den Gehirnchip: China überholt Elon Musk

13. Juni 2026
Wettlauf um den Gehirnchip: China überholt Elon Musk
International
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Foto: Symbolbild

Peking. Im Wettlauf um die Verbindung von Mensch und Maschine galt bislang der US-Tech-Milliardär Elon Musk als klarer Favorit. Seine Firma „Neuralink“ arbeitet seit Jahren an einer praktikablen technischen Lösung und machte schon vor geraumer Zeit mit spektakulären Affen-Versuchen von sich reden. Doch jetzt hat China die Nase vorn: die Volksrepublik genehmigte als erstes Land weltweit die kommerzielle Nutzung einer Gehirn-Computer-Schnittstelle und zog damit an „Neuralink“ vorbei.

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Das Implantat mit dem Namen NEO entstand in Zusammenarbeit von Forschern der Tsinghua-Universität und der Firma Neuracle Technology. Nach erfolgreichen klinischen Studien erhielt das etwa münzgroße System die Zulassung für den Einsatz im chinesischen Gesundheitswesen. Nun soll die Serienfertigung anlaufen.

Zunächst ist die Technologie vor allem für Patienten mit Rückenmarksverletzungen und Lähmungserscheinungen gedacht. Nach Angaben der Entwickler unterscheidet sich NEO vor allem durch seine Implantationsmethode von konkurrierenden Modellen. Das System wird zwischen Schädeldecke und Gehirn eingepflanzt. Die Sensoren liegen an der schützenden Hirnhaut an, ohne in das eigentliche Hirngewebe einzudringen. In Versuchen mit 36 Patienten seien positive Ergebnisse erzielt worden.

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„Neuralink“ verfolgt demgegenüber einen anderen Ansatz. Das dort entwickelte Implantat N1 wird direkt ins Gehirn eingesetzt und befindet sich weiterhin in einer klinischen Testphase. Nach bisherigen Angaben wurden neun Patienten mit dem System ausgestattet. Eine allgemeine Zulassung liegt in den USA noch nicht vor. Gleichwohl kündigte das Unternehmen Anfang des Jahres an, noch 2026 mit der Serienproduktion beginnen zu wollen.

Fachleute sehen den chinesischen Vorsprung vor allem in der geringeren Eingriffstiefe des Implantats begründet. Der Cybersicherheitsexperte Dr. David Tuffley von der Griffith University verweist auf die Risiken invasiver Verfahren. „Jede Art von Hirnimplantat kann physische Schäden verursachen, die die Funktion benachbarter Hirnregionen beeinträchtigen können.“ Bereits kleine Blutungen in Bereichen für Sprache oder Bewegung könnten erhebliche Folgen haben. Andererseits birgt es auch die Chance, Menschen mit immensen Behinderungen einen Neuanfang ermöglichen zu können. Nun hat China den Wettlauf um das Gehirn zunächst für sich entschieden. (mü)

Bild: Pixabay/gemeinfrei

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