Paris/Berlin. Nach dem Platzen des deutsch-französischen Kampfflugzeugprojekts FCAS steht nun das nächste gemeinsame Rüstungsprojekt auf der Kippe – der geplante Kampfpanzer der nächsten Generation (MGCS). Nachdem Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron das Aus für die Weiterentwicklung des neuen Kampfflugzeuges verkündet hatten, rückt nun auch das Ende des Panzerprojekts näher. Macron hatte vor dieser Möglichkeit bereits im Februar gewarnt.
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MGCS und FCAS wurden 2017 als politisches Tauschgeschäft aus der Taufe gehoben. Frankreich sollte beim Luftkampfsystem die Führung übernehmen, Deutschland beim künftigen Kampfpanzer. Beide Projekte galten als Symbole der europäischen Rüstungskooperation. In der Praxis erwiesen sich jedoch politische Interessen, nationale Eitelkeiten und industrielle Machtkämpfe immer mehr als Belastung und brachten schließlich das Kampfjetprojekt zum Scheitern.
Von den Panzer-Mißhelligkeiten ist nun besonders der Rüstungskonzern KNDS betroffen, der aus dem Zusammenschluß von Krauss-Maffei Wegmann und Nexter hervorgegangen ist. Unternehmenskreise beschwichtigen freilich – sollte das MGCS (= Main Ground Combat System) platzen, werde man es durch „etwas anderes“ ersetzen.
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Der geplante Panzer ist ohnehin längst mehr als ein klassisches Gefechtsfahrzeug. MGCS soll als vernetztes „System of Systems“ bemannte und unbemannte Plattformen verbinden. Ursprünglich war die Einführung für 2035 vorgesehen. Mittlerweile wird mit den 2040er Jahren gerechnet, manche Experten nennen sogar erst das Jahr 2050.
Bis dahin sollen Übergangslösungen aushelfen. KNDS und Rheinmetall entwickeln bereits einen neuen Kampfpanzer, der inoffiziell als „Leopard 3“ bezeichnet wird oder auch als „Panther“ im Gespräch ist. Frankreich modernisiert zugleich seine Leclerc-Flotte. Ob das MGCS jemals Realität wird, bleibt offen – zumal die Entwicklung auf den Schlachtfeldern des 21. Jahrhunderts extrem volatil und schwer vorhersehbar ist. Niemand kann mit Sicherheit sagen, ob Panzerverbände in 20 Jahren noch eine entscheidende Rolle spielen werden. Aus KNDS-Kreisen heißt es lediglich: MGCS sei ein „gutes Konzept“, aber: „Bis es soweit ist, wird noch viel passieren.“ (mü)
Foto: Rheinmetall
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