Heraklion. Der nächste Asyl-Ansturm kommt bestimmt – vielleicht diesmal über Kreta. Die griechische Regierung reagiert jedenfalls auf den wachsenden Zustrom von Migranten nach Kreta schon einmal mit einer deutlichen Verschärfung ihrer Asyl- und Grenzpolitik. Migrationsminister Thanos Plevris kündigte im Parlament an, Athen werde „sehr harte Maßnahmen“ ergreifen, falls sich Szenen wie jüngst wiederholten. Kürzlich erreichten an einem Tag mehr als 600 Migranten die Mittelmeerinsel.
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Vorgesehen ist die Einrichtung geschlossener Aufnahmezentren in Chania und Heraklion. Dort sollen Neuankömmlinge verbleiben, bis über ihren Status entschieden ist. Nach den Vorstellungen der Regierung soll der neue europäische Migrations- und Asylpakt, der zum 12. Juni in Kraft tritt, die Verfahren erheblich beschleunigen. „Schutzberechtigte“ und Personen ohne Aussicht auf Asyl sollen rascher voneinander getrennt werden. Auch Rückführungen sollen künftig binnen weniger Wochen durchgeführt werden können.
Plevris erinnerte daran, daß Griechenland eine Wiederholung der Migrationskrise von 2015 und 2016 verhindern wolle. Damals gelangten Hunderttausende Menschen aus Syrien, dem Irak und Afghanistan über die Türkei und die Balkanroute nach Europa. Heute verlagert sich der Druck zunehmend auf die Verbindung zwischen Libyen und Kreta.
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Nach Angaben des Ministers stammen viele der Ankommenden gegenwärtig aus Bangladesch und Ägypten. Da dort kein Krieg stattfinde, handle es sich „eindeutig um Wirtschaftsmigranten“, sagte Plevris.
Aus Kreisen der Küstenwache verlautet zudem, zahlreiche Boote hätten Libyen bereits in Richtung Kreta verlassen. Nach Einschätzung des Ministers warten dort derzeit mehr als 500.000 Menschen auf eine Gelegenheit zur Überfahrt nach Europa. (mü)
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