Hamburg. Die österreichisch-deutsche Schauspielerikone Senta Berger hat mit deutlichen Aussagen zu Feminismus, „MeToo“ und politischer Korrektheit für Aufsehen gesorgt. Die 85jährige, die in der Vergangenheit immer wieder durch ihre Linkslastigkeit unangenehm auffiel, wendet sich gegen pauschale Schuldzuweisungen an Männer und beklagt eine gesellschaftliche Atmosphäre wachsender Unsicherheit.
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Im Gespräch mit dem „Stern“ machte Berger klar, daß sie die pauschale Verdächtigung eines ganzen Geschlechts ablehne. „Ich dachte, wir wären schon weiter. Ich halte das für falsch, ein ganzes Geschlecht zu kriminalisieren“, sagte sie mit Blick auf aktuelle Diskussionen über Machtmißbrauch und Sexismus in der Filmbranche.
Auch prominente Einzelfälle rechtfertigten aus ihrer Sicht keine Kollektivschuld. „Wieso sollten sich alle Männer dafür entschuldigen, weil ein Christian Ulmen oder sonst jemand seine Frau gedemütigt hat?“, erklärte Berger. Emanzipation könne nur gemeinsam mit Männern erreicht werden. Viele hätten sich in den vergangenen Jahrzehnten ernsthaft um gesellschaftlichen Fortschritt bemüht.
Zugleich räumte die Schauspielerin ein, daß die „MeToo-Bewegung“ wichtige Veränderungen angestoßen habe. Dennoch beobachte sie inzwischen eine erhebliche Verunsicherung bei vielen Männern. Manche trauten sich kaum noch, Frauen Komplimente zu machen. Das halte sie für bedauerlich.
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Bereits zuvor hatte Berger Kritik am Gendern und an der political correctness geäußert. In einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ erklärte sie, sie halte wenig davon, sprachliche Veränderungen bloß deshalb zu übernehmen, „weil man das jetzt eben so macht“.
Skeptisch sieht Berger auch die starke Orientierung Europas an amerikanischen Kulturdebatten. Als Beispiel nannte sie Stanley Kubricks Film „Lolita“, der in den USA heute vielfach kritisch betrachtet werde. „Das ist nicht gut. Wir verleugnen uns“, sagte sie. (rk)
Bild: Pixabay/Gemeinfrei
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